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Verfassungsschutz warnt vor Radikalisierung junger Männer durch Active Clubs in Deutschland

Verfassungsschutz warnt vor Radikalisierung durch Active Clubs in Deutschland

Körperliche Betätigung ist gesund und fördert das Wohlbefinden. In sozialen Netzwerken laden 22 sogenannte „Active Clubs“ junge Männer dazu ein, gemeinsam zu trainieren oder zu wandern. Der Verfassungsschutz warnt jedoch davor, dass diese Gruppen versuchen, Nachwuchs mit Werten wie Disziplin und Ästhetik für das rechtsextreme Spektrum zu rekrutieren.

Die deutschen Sicherheitsbehörden schlagen Alarm wegen der zunehmenden Radikalisierung junger Männer in diesen Aktivklubs. Das Bundesamt für Verfassungsschutz teilte der „Süddeutschen Zeitung“ mit, dass seit Frühjahr 2024 eine Vielzahl regionaler „Active Clubs“ in Deutschland entstanden sei. Diese Sportvereinigungen verfolgen demnach das Ziel, junge Männer für rechtsextreme Ideologien zu gewinnen. Die Szene wird von den Behörden aufmerksam beobachtet: Dem Verfassungsschutz liegen „Erkenntnisse zu verschiedenen relevanten Personen mit direktem Bezug“ vor.

Im Rahmen ihrer Ermittlungen stellten die Sicherheitsbehörden laut Bericht Verbindungen der Aktivszene zu rechtsextremen Parteien fest. Das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz weist darauf hin, dass Patrick Schröder einen „Fahrplan“ für den Aufbau solcher Klubs in Deutschland entwickelt hat. Schröder ist stellvertretender Vorsitzender der rechtsextremen Partei „Die Heimat“ in Bayern. Diese Partei, die ursprünglich 1964 als Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) gegründet wurde, firmiert seit Juni 2023 unter dem neuen Namen „Die Heimat“ und gilt als neonazistisch.

Die Aktivklubs dienen laut Angaben des Landesverfassungsschutzes der intensiveren Vernetzung innerhalb der Szene über Parteigrenzen hinweg. Das Ziel besteht darin, junge Männer durch körperliche Fitness und die Vermittlung einer Ideologie der „weißen Überlegenheit“ schrittweise zu radikalisieren und in die rechte Szene einzubinden. Anfragen zu Schröders Rolle und zur Partei blieben sowohl vom Bundes- als auch vom Landesverband von „Die Heimat“ unbeantwortet.

In einschlägigen sozialen Medien sind in Deutschland 22 dieser Klubs gelistet. Wie viele davon tatsächlich aktiv sind, lässt sich von außen nicht zweifelsfrei feststellen. Die Behörden sehen dennoch ein erhebliches Gewaltpotenzial. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Verfassungsschutz soll in den Klubs Kampfsport trainiert werden, um sich „auf einen vermeintlich bevorstehenden Rassenkrieg vorzubereiten“.

Das Konzept der „Active Clubs“ hat seinen Ursprung in den USA und hat sich in den letzten Jahren auf mehrere europäische Länder ausgeweitet. Die lokalen Gruppen präsentieren sich häufig durch Kraft- und Kampfsport, Wandern, Disziplin und Gemeinschaftsgefühl. Gleichzeitig fungieren die Klubs als Bindeglied zwischen dem virtuellen Raum und persönlichen Begegnungen. Ziel ist es, junge Männer durch gemeinsames Training und Aktivitäten für rechtsextreme Ideologien zu gewinnen.