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Vater auf blutigem Video identifiziert: Sohn des von ICE getöteten Mexikaners betont Unschuld des Vaters

Vater blutend auf Video erkannt: Sohn des von ICE getöteten Mexikaners: Vater war nicht kriminell

In Houston haben ICE-Beamte erneut einen Menschen erschossen. Die Trump-Regierung erhebt schwere Anschuldigungen gegen das mexikanische Opfer. Auf einer Pressekonferenz widerspricht nun dessen Sohn diesen Vorwürfen und präsentiert eine völlig andere Darstellung.

Der von einem ICE-Beamten getötete Mexikaner stand laut den Aussagen seines Sohnes kurz davor, eine Arbeitserlaubnis zu erhalten. Sein Vater sei ein Familienmensch gewesen, der seit 35 Jahren Häuser in der Region baute, um seinen drei Söhnen ein Studium zu ermöglichen und seinen Arbeitern den „amerikanischen Traum“ zu verwirklichen, erklärte Ronaldo Salgado während einer Pressekonferenz. Eine kriminelle Vergangenheit habe sein Vater nicht gehabt.

Lorenzo Salgado Araujo starb am Vortag bei einem Einsatz der umstrittenen ICE-Beamten in Houston. Nach Angaben des Heimatschutzministeriums habe sich Salgado den Anweisungen widersetzt, ein Einsatzfahrzeug mit seinem Auto gerammt und versucht, einen Beamten mit dem Fahrzeug zu erfassen. Daraufhin habe ein ICE-Beamter das Feuer eröffnet. Die Angaben der Behörden konnten bisher nicht unabhängig bestätigt werden.

Sein Sohn betonte, Salgado habe genau gewusst, wie er sich bei Kontrollen der Einwanderungsbehörde verhalten müsse. Wären die Beamten klar als solche erkennbar gewesen, hätte er angehalten und kooperiert. Sein Vater habe Todesangst gehabt und sei deshalb vor unbekannten Fahrzeugen geflohen, so sein Sohn. „Er war fest davon überzeugt, dass harte Arbeit belohnt wird.“

Keine Benachrichtigung über den Tod

Ronaldo Salgado berichtete außerdem, dass er vom Tod seines Vaters durch Berichte in sozialen Medien erfahren habe – nicht durch die Behörden oder das Krankenhaus, in dem er verzweifelt nach ihm gesucht hatte. In einem im Internet verbreiteten Video, das einen blutenden Mann auf dem Boden zeigt, habe er die Stimme seines Vaters erkannt. Weder das Heimatschutzministerium noch ICE hätten bisher direkt Kontakt zur Familie aufgenommen.

Familie, Bürgerrechtsorganisationen und demokratische Politiker fordern eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls. Die Behörde, deren Beamte geschossen haben, könne nicht gleichzeitig die Ermittlungen übernehmen, erklärte Roman Palomares, Leiter der Bürgerrechtsorganisation LULAC. Dabei soll auch die Veröffentlichung der Bodycam-Aufnahmen und aller weiteren Beweismittel erfolgen. Der demokratische US-Abgeordnete aus Texas, Al Green, betonte die Dringlichkeit, einen möglichen Vertuschungsversuch auszuschließen. Bereits in diesem Jahr hatte die US-Regierung nach tödlichen Schüssen auf zwei US-Bürger in Minnesota falsche Angaben zum Verhalten der Opfer verbreitet und sie unter anderem irrtümlich als „Terroristen“ bezeichnet.