Ukraine erweitert Todeszone: Probleme auf Russlands Autobahnen beeinträchtigen die Front
Mittels Drohneneinsätzen kann die Ukraine inzwischen auch weit hinter der Front liegende Gebiete überwachen. Auf bedeutenden Verkehrswegen sollen vermehrt Angriffe auf die russische Nachschublogistik stattfinden, was Auswirkungen auf die Frontlinie hat, wie eine US-amerikanische Denkfabrik berichtet.
In sozialen Medien tauchen vermehrt Aufnahmen von zerstörten Lastwagen und anderen Fahrzeugen auf Autobahnen in von Russland kontrollierten ukrainischen Gebieten auf. Der Kanal Exilenova+, der täglich zahlreiche russische Videos analysiert und verbreitet, berichtet: „Es gibt bereits Meldungen, dass Fahrer sich weigern, in die besetzten Gebiete zu fahren, was nachvollziehbar ist – OSINT-Analysten erfassen große Mengen zerstörter Ausrüstung fast unmittelbar nach Überschreiten der Grenze von Russland oder nur wenige Dutzend Kilometer dahinter.“
Wolodymyr Saldo, von Russland eingesetzter Leiter des besetzten Teils der ukrainischen Region Cherson, ordnete vor einigen Tagen nach einer Reihe von Drohnenangriffen Verkehrsbeschränkungen auf der wichtigen M-14-Autobahn an, die von der russischen Stadt Rostow am Don bis zur Krim-Halbinsel führt. Diese Verbindung ist für die militärische Logistik von großer Bedeutung und verläuft durch die besetzten Städte Mariupol, Berdjansk und Melitopol.
Im vergangenen Monat gab das ukrainische 1. Asow-Korps bekannt, die Kontrolle über sämtliche russischen Nachschubwege in der Nähe des besetzten Donezk übernommen zu haben. Vor zwei Wochen veröffentlichte das Korps ein Video, in dem Drohnen rund 150 Kilometer hinter der Frontlinie nahe Mariupol patrouillieren.
„Kettenreaktionen auf dem Schlachtfeld“
Der ukrainische Militärblog Defense Express identifizierte unter anderem den Einsatz von Hornet-Drohnen für Angriffe auf die russische Logistik in Entfernungen von 50 bis 150 Kilometern hinter der Front. Neben der Autobahn M-14 steht auch die Fernstraße H-20 zwischen Donezk und Mariupol im Fokus der Angriffe.
Dem Bericht zufolge verwendet die Ukraine Starlink-Terminals auf den Hornet-Drohnen, um russischen elektronischen Störmaßnahmen entgegenzuwirken. „Es handelt sich um eine Hightech-Kampfdrohne, die potenziell leicht herzustellen ist und sich durch hohe Qualität im Design und in der Fertigung sowie ausgezeichnete Flugeigenschaften und Steuerbarkeit auszeichnet“, heißt es bei Defense Express.
„Die ukrainische Angriffskampagne mit mittlerer Reichweite unterbricht russische Transportwege in der besetzten Ukraine und dürfte die russische Logistik stark beeinträchtigen“, stellte das Institute for the Study of War (ISW) fest. Die Unterbrechung der russischen Nachschubrouten habe eine Kettenreaktion auf dem Schlachtfeld ausgelöst und den russischen Vormarsch verlangsamt.