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Söder gerät zunehmend unter Druck: Weber verschärft Kritik an CSU-Strategie

Söder immer stärker unter Druck: Weber legt mit Kritik an CSU-Ausrichtung nach

Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Manfred Weber ist als Kritiker von Markus Söder bekannt. Doch diesmal fallen seine Äußerungen besonders deutlich und dringlich aus. Er fordert erneut eine grundlegende Neuausrichtung der Partei.

Weber bekräftigte seine Position und erhöht damit den Druck auf CSU-Chef Söder, wenngleich er betont, dass es sich dabei nicht um eine Personaldebatte handeln solle.

„Wir müssen den Mut aufbringen, nicht den Umfragewerten zu folgen, sondern unserem Herzen“, erklärte Weber, der gleichzeitig Vorsitzender der Europäischen Volkspartei ist, gegenüber den Funke-Medien. „Die Menschen wollen spüren, dass Volksparteien für ihre Überzeugungen einstehen.“

Allein gutes Regieren reiche nicht aus, um den Aufstieg der AfD zu stoppen. „Wenn wir keine Zukunftsperspektive entwickeln, wird es schwer sein, den Populismus zu bremsen.“ Die bevorstehenden Wahlen in Bayern, zum Bundestag sowie zum Europaparlament 2028 und 2029 seien entscheidend für die Demokratie und die CSU als Volkspartei. „Wir oder die Radikalen – darauf müssen wir uns jetzt programmatisch einstellen.“

Bereits im Dezember forderte Weber eine klare Programmatik

Webers Kritik ist offenbar auch durch das schlechte Abschneiden der CSU bei der bayerischen Kommunalwahl im März motiviert, bei der die Partei ihr schlechtestes Ergebnis seit 75 Jahren erzielte. Die Wähler hätten deutlich gemacht, „dass wir mehr leisten müssen“.

Immer wieder äußert Weber sich mit meist indirekter Kritik an Söder. Im Dezember, kurz vor dem CSU-Parteitag, betonte er in einem Interview, dass soziale Medien zwar wichtig für erfolgreiche Kommunikation seien, doch eine überzeugende Programmatik langfristig entscheidender sei.

Kürzlich verschickte Weber einen fünfseitigen „Pfingstbrief“ an zahlreiche CSU-Mandatsträger, in dem er schrieb, die besten Zeiten der CSU seien jene gewesen, „in denen wir nicht dem Zeitgeist gefolgt sind, sondern unseren Überzeugungen“. Solche Aussagen wurden als Angriff auf Söder interpretiert.

„Eine notwendige Debatte anstoßen“

Im aktuellen Interview mit den Funke-Zeitungen antwortete Weber auf die Frage, ob er Söder stürzen wolle: „Mir geht es darum, eine notwendige Debatte innerhalb der Partei anzustoßen. Ich bitte darum, nicht jede inhaltliche Diskussion sofort als Personaldebatte abzutun.“ Er stehe mit Söder im Austausch und erhalte von der Basis viel Zuspruch, gerade nach den Kommunalwahlen diese Debatte zu führen.

Söders Position innerhalb der CSU ist keineswegs gesichert. Beim Parteitag im Dezember erhielt er das schlechteste Ergebnis seiner Amtszeit als Vorsitzender. Das schlechte Ergebnis bei der Kommunalwahl im März hat seine Position zusätzlich geschwächt.

Für Webers „Pfingstbrief“ erhielt er Unterstützung vom CSU-Ehrenvorsitzenden und ehemaligen Bundesfinanzminister Theo Waigel. Waigel bezeichnete Webers Schreiben in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ als Weckruf für die Partei und betonte die Notwendigkeit einer „grundlegenden, tiefgehenden Diskussion“ über die Ausrichtung der CSU.