Russlands Angriffe auf die Ukraine: Keine Anzeichen für eine Waffenruhe
Russland hat erneut eine Waffenruhe im Krieg gegen die Ukraine angekündigt. Doch wie schon bei früheren Gelegenheiten hält sich Moskau laut Berichten aus Kiew nicht daran. An der Front setzen die Angriffe weiterhin fort. In der ukrainischen Hauptstadt heulen zudem die Luftalarmsirenen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf dem russischen Militär vor, die von Moskau verkündete Feuerpause zu ignorieren, und bestätigte zugleich eigene Angriffe auf Ziele in Russland. „Alles spricht dafür, dass von russischer Seite nicht einmal ansatzweise versucht wurde, das Feuer an den Frontlinien einzustellen“, schrieb er auf Telegram.
Nach Angaben Selenskyjs setzte Russland bis zum Morgen mehr als 850 Drohnen ein, feuerte über 140 Mal auf ukrainische Positionen und unternahm rund ein Dutzend Sturmangriffe. Kiew werde entsprechend reagieren, fügte er hinzu.
In Kiew ertönten am Morgen mehrere Minuten lang die Sirenen. Behörden erklärten, der Alarm sei wegen eines drohenden Raketenangriffs ausgelöst worden. Die von Russland verkündete Waffenruhe trat um Mitternacht (Ortszeit, Donnerstag 23 Uhr MESZ) in Kraft und soll bis Samstag gelten.
In einem weiteren Beitrag bestätigte Selenskyj einen Drohnenangriff der Ukraine auf Jaroslawl. Dort, etwa 700 Kilometer von der Grenze entfernt, sei eine Ölanlage getroffen worden, die für die Kriegsfinanzierung Russlands von Bedeutung ist, schrieb er. Dazu veröffentlichte er ein Video, das die brennende Raffinerie zeigen soll.
Gedenkveranstaltungen in Russland
Grund für die zweitägige Feuerpause sind die russischen Gedenkfeiern zum Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Moskau hatte mit einem „Vergeltungsschlag“ gegen Kiew gedroht, falls die Ukraine die Gedenkveranstaltungen stören sollte. Russland forderte ausländische Botschaften in der ukrainischen Hauptstadt zur Evakuierung auf.
Aus Sorge vor ukrainischen Angriffen sollen bei der Parade in Moskau, anders als in den vergangenen Jahren, keine Panzer oder schweres militärisches Gerät gezeigt werden.