Politisch motivierte Kriminalität erreicht neuen Rekordwert
Im vergangenen Jahr wurde mit über 85.000 politisch motivierten Straftaten ein trauriger Rekord aufgestellt. Fast die Hälfte dieser Taten wurde von Rechtsextremisten begangen. Gleichzeitig verzeichnete die linksextremistische Kriminalität einen starken Anstieg.
Die politisch motivierte Kriminalität in Deutschland erreichte 2025 einen neuen Höchststand. Laut Angaben des Bundesinnenministeriums und des Bundeskriminalamts wurden insgesamt 85.837 Straftaten registriert – ein Anstieg von knapp zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders auffällig war ein Zuwachs von über einem Drittel bei linksextremistischen Straftaten, die sich auf 13.490 Fälle beliefen. Auch die Anzahl der Gewaltdelikte in diesem Bereich stieg deutlich um 42,7 Prozent auf 1.087 Fälle.
Mit etwa der Hälfte aller Straftaten bleibt der rechtsextremistisch motivierte Bereich der größte. Es wurden 42.544 Fälle erfasst, was einem leichten Rückgang von 0,6 Prozent entspricht. Allerdings nahm auch hier die Anzahl der Gewaltdelikte um 7,4 Prozent auf 1.598 Fälle zu. Diese umfassen Körperverletzungen, Brand- und Sprengstoffdelikte sowie Landfriedensbruch.
Religiös motivierte Straftaten stiegen um 5,7 Prozent auf 1.983 Fälle. Obwohl die Gewaltdelikte in diesem Segment um fast 13 Prozent auf 98 Fälle zunahmen, bleibt ihre Zahl vergleichsweise gering. Straftaten, die durch ausländische Ideologien motiviert waren, gingen hingegen um 6,2 Prozent auf 6.886 zurück. Die Gewaltdelikte in diesem Bereich fielen sogar um fast 28 Prozent auf 704 Fälle.
In weiteren Kategorien, die keiner Hauptgruppe zugeordnet sind, wurden 20.934 Straftaten registriert, ein Rückgang von 5,7 Prozent. Die Zahl der Gewaltdelikte sank hier um 15,9 Prozent auf 669 Fälle.
Zunahme antisemitischer Straftaten
Die sogenannten Hassdelikte, die aufgrund gruppenbezogener Vorurteile begangen werden, stiegen um rund 1,8 Prozent auf 22.159 Fälle. Der Großteil davon – 88 Prozent beziehungsweise 19.484 Fälle – war fremdenfeindlich motiviert und blieb nahezu unverändert zum Vorjahr. Ausländerfeindliche Straftaten gingen um 5,3 Prozent auf 8.870 Fälle zurück.
Antisemitisch motivierte Straftaten nahmen um fünf Prozent auf 6.548 Fälle zu. Besonders stark war der Anstieg bei antiziganistisch motivierten Delikten, die um 23 Prozent auf 240 Fälle zunahmen. Ebenfalls deutlich erhöhten sich frauenfeindliche Straftaten, die um fast 47 Prozent auf 819 Fälle stiegen.
Da Hasskriminalität oft mehreren Gruppen zugeordnet wird, ist die Gesamtzahl der Fälle geringer als die Summe der einzelnen Kategorien.