Öffentlicher Konflikt eskaliert: Meloni antwortet Trump scharf: „Meine Popularität geht Sie nichts an“
Nach einer Provokation von Donald Trump reagierte Italiens Ministerpräsidentin mit scharfen Worten. Auf Instagram griff sie den US-Präsidenten an und forderte ihn auf, sich um seine eigenen Umfragewerte zu kümmern. Der Konflikt zwischen beiden hat bereits erste Auswirkungen.
Der öffentliche Schlagabtausch zwischen Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni und US-Präsident Donald Trump verschärft sich zunehmend. „Meine Popularität geht Sie nichts an“, schrieb Meloni am Samstag auf Instagram. „Ich empfehle Ihnen, sich auf Ihre eigenen Zahlen zu konzentrieren.“ Zuvor hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social behauptet, Meloni wolle ihre Beziehungen zu den USA nur verbessern, um ihre Beliebtheit zu steigern. Dabei schrieb Trump ihren Vornamen falsch als „Gigiorgia“. Meloni bezeichnete Trumps Angriffe als unbegründet und sinnlos. Außerdem habe es ihren Umfragewerten kaum geholfen, mit Trump befreundet zu sein.
Bereits am Freitag hatte Meloni Trump als Lügner bezeichnet, nachdem dieser behauptet hatte, sie habe ihn beim G7-Gipfel in Frankreich um ein gemeinsames Foto gebeten. In der Folge sagte der italienische Außenminister Antonio Tajani eine für die kommende Woche geplante Reise in die USA ab.
Lange Zeit galt Meloni als eine der wenigen europäischen Regierungschefinnen, die ein gutes Verhältnis zu Trump pflegte. Der Streit entbrannte jedoch unter anderem wegen der Nutzung von US-Militärstützpunkten in Italien. Trump kritisierte die italienische Regierung, weil Rom die Nutzung der Basen während des im Februar begonnenen Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran nicht genehmigt hatte. Meloni erklärte hingegen, dass die Nutzung durch bestehende Abkommen geregelt sei, an die sich Italien stets gehalten habe und die nicht verletzt werden dürften.
Die Zustimmung für Melonis Regierung stieg zuletzt wieder auf etwa 35 Prozent, nachdem sie im Jahr 2025 kontinuierlich gefallen war. Laut einer aktuellen Reuters/Ipsos-Umfrage konnte Trump seine Beliebtheit leicht auf 36 Prozent verbessern, was jedoch weiterhin zu den niedrigsten Werten seiner politischen Karriere zählt.
Dass Trump die Positionen anderer Politiker gelegentlich falsch darstellt, ist nicht neu. So behauptete er Ende April, Bundeskanzler Friedrich Merz würde die Atommacht Iran akzeptieren. Nach allen öffentlich zugänglichen Äußerungen vertritt Merz jedoch eindeutig das Gegenteil.