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Heimatschutzdivision soll bis 2035 auf über 10.000 Soldaten anwachsen

Bis 2035: Heimatschutzdivision soll "auf weit über 10.000 Soldaten wachsen"

Aufgrund der Bedrohung durch Russland plant die Bundeswehr eine deutliche Verstärkung ihrer Kräfte. Insbesondere die Heimatschutzdivision soll um mehrere Tausend Soldaten erweitert werden. Generalmajor Henne warnt, dass die bisherige Personalstärke für eine längere Auseinandersetzung nicht ausreichend sei.

Der Kommandeur der Heimatschutzdivision kündigte an, dass die Einheit bis 2035 erheblich wachsen wird. „Aktuell haben wir eine geplante Stärke von 6500 Soldatinnen und Soldaten. Bis 2035 werden wir jedoch auf weit über 10.000 Soldaten anwachsen“, erklärte Generalmajor Andreas Henne gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND).

„Wir werden neue Heimatschutzbataillone sowie Unterstützungsbataillone aufstellen und somit eine deutlich größere Anzahl an Soldaten bereitstellen“, erläuterte er. Henne unterstrich, dass die derzeitige Truppenstärke zwar für eine Anfangsbefähigung ausreiche: „Wir können bereits jetzt Infrastruktur sichern und Bewegungsfreiheit gewährleisten.“ Für eine längerfristige Konfliktsituation sei diese Stärke jedoch nicht ausreichend.

Die Bundeswehr richtete im vergangenen Jahr die Heimatschutzdivision als vierten Großverband des Heeres ein. Die rund 6000 Soldaten sollen kritische Infrastruktur wie Häfen, Flughäfen, Brücken, Bahnlinien und Energieanlagen schützen, den Truppenaufmarsch verbündeter Kräfte absichern und Amtshilfe bei Katastrophen leisten.

Die veränderte Sicherheitslage infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine hat die Bedeutung des Heimatschutzes erhöht und dessen Ausbau notwendig gemacht. In Friedenszeiten unterstützen die Heimatschützer andere Bundeswehreinheiten bei Sicherungsaufgaben, Objektschutz und logistischen Prozessen. Zudem leisten sie Hilfe bei Naturkatastrophen und schweren Unglücksfällen.

Zunehmende Zahl von Kriegsdienstverweigerern widerruft Verzicht

Das „RND“ berichtet, dass immer mehr Kriegsdienstverweigerer ihre Entscheidung rückgängig machen. Eine Sprecherin des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben bestätigte, dass 2023 insgesamt 536 Widerrufe eingingen. 2024 stieg die Zahl auf 626, 2025 auf 781 und im ersten Halbjahr 2026 bereits auf 402. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr wäre dies ein neuer Rekord.

Für den Widerruf genügt eine einfache schriftliche Erklärung mit Unterschrift. „Wird der Antrag auf Kriegsdienstverweigerung zurückgezogen beziehungsweise der Verzicht erklärt, gilt die betreffende Person rechtlich nicht mehr als Kriegsdienstverweigerer und unterliegt im Falle einer Reaktivierung der Wehrpflicht oder im Spannungs- bzw. Verteidigungsfall wieder der uneingeschränkten Wehrpflicht“, erläuterte die Sprecherin.

Gleichzeitig steigt laut Bundesamt auch die Gesamtzahl der Kriegsdienstverweigerer. Waren es 2023 noch 1079, erhöhte sich die Zahl 2024 auf 2249 und 2025 auf 3879. Bis zum 30. Juni 2026 wurden bereits 5862 Anträge eingereicht.