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Ein Jahr nach Gründung: Digitalministerium hat noch über 100 offene Stellen zu besetzen

Ein Jahr nach Gründung: Digitalministerium hat noch mehr als 100 offene Stellen

Das erste deutsche Digitalministerium befindet sich ein Jahr nach seiner Gründung weiterhin im Aufbauprozess, wobei über 100 Stellen noch nicht besetzt sind. Der zuständige Minister betont, dass es nicht nur um den Aufbau eines Ministeriums gehe, sondern um die Arbeit an einem Staat, der effizienter liefert.

Am 6. Mai 2025 wurde das Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung (BMDS) ins Leben gerufen – ein Jahr später sind laut Angaben des Hauses immer noch zahlreiche Positionen vakant. In einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion, die das Nachrichtenportal t-online veröffentlichte, heißt es: „Zum Stichtag 30.04.2026 waren im BMDS insgesamt 109 Stellen unbesetzt.“

Als Hauptursache für die offenen Stellen wird die fortwährende Aufbauarbeit des Ministeriums sowie die übliche Fluktuation angegeben. Viele Planstellenbesetzungen befinden sich „gegenwärtig noch im Zulauf“.

In sämtlichen Abteilungen des Ministeriums fehlt derzeit noch Personal. Die konkreten Zahlen der unbesetzten Stellen gliedern sich wie folgt:

  • 36 Stellen in der zentralen Verwaltung

  • 22 Stellen in der Hausleitung

  • 20 Stellen in der Abteilung für Staatsmodernisierung und Bürokratieabbau

  • 13 Stellen in der Abteilung Digitalpolitik und Wirtschaft

  • 9 Stellen in der Abteilung Kommunikation und Strategie

  • 6 Stellen in der Abteilung Deutschland-Stack

  • 3 Stellen in der Abteilung digitale Infrastrukturen

Der Deutschland-Stack ist ein zentrales Großprojekt des Ministeriums zur Verwaltungsdigitalisierung. Ziel ist es, einheitliche Softwarelösungen zu entwickeln, die auch auf Landes- und Kommunalebene genutzt werden können. Staatssekretär Thomas Jarzombek erklärte, dass dies weniger eine technische als vielmehr eine kulturelle Herausforderung sei. Er sieht „ein großes Misstrauen innerhalb der Verwaltung, fremde Lösungen zu übernehmen.“ Das Digitalministerium strebe daher an, „verschiedene Ansätze zu bündeln“. Das Motto laute: „Nicht alles neu erfinden, sondern Bestehendes weiterverwenden.“

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) bezifferte die aktuelle Mitarbeiterzahl seines Ministeriums am Donnerstag im Bundestag auf 550. Ein Jahr nach Gründung kündigte er deutliche Fortschritte bei der Verwaltungsdigitalisierung und dem Abbau von Bürokratie an. „Wir errichten nicht nur ein Ministerium, wir schaffen einen Staat, der besser funktioniert“, sagte Wildberger. Ziel sei es, „dieses Land wieder handlungsfähiger zu machen.“