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Bahnverkehr auf der Krim unterbrochen: Behörden melden Angriff auf Passagierzug mit Todesfolge

Kein Bahnverkehr auf Halbinsel: Krim-Behörden melden Angriff auf Passagierzug - ein Toter

Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle für die Krim. Die von Russland besetzte Schwarzmeer-Halbinsel wird regelmäßig von ukrainischen Angriffen heimgesucht. Neben zwei Treibstoffdepots wurde nach russischen Angaben auch ein Zug getroffen, was erhebliche Folgen für Reisende und die lokale Gastronomie hat.

Bei einem jüngsten Drohnenangriff der Ukraine auf einen Passagierzug auf der Krim kam laut Behördenangaben ein Lokführerassistent ums Leben. Der Lokführer selbst wurde verletzt, teilte der von Moskau eingesetzte regionale Leiter Sergej Aksjonow auf Telegram mit. Der betroffene Personenzug war auf der Strecke zwischen Moskau und Simferopol unterwegs. Die Fahrgäste blieben unverletzt.

Infolge des Angriffs wurde der Zugverkehr während der touristischen Hauptsaison vorübergehend eingestellt. Die Bahngesellschaft Grand Service Express informierte auf Telegram, dass alle Züge evakuiert wurden und die Passagiere mit Bussen weiterbefördert wurden.

Bereits in der Vorwoche kam es nach einem ähnlichen Drohnenangriff auf einen Nahverkehrszug laut Behörden zu einem Todesfall und zwei Verletzten. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig bestätigen.

Kraftstoffmangel belastet Krims Gastgewerbe

Der jüngste Angriff trifft die Hotellerie und Gastronomie der Krim empfindlich. Experten prognostizieren laut der Moskauer Wirtschaftszeitung „Kommersant“, dass in diesem Jahr drei bis vier Millionen Touristen der beliebten Halbinsel fernbleiben könnten. Die Zeitung berichtet von zahlreichen Stornierungen und sinkenden Buchungszahlen.

Als weiterer Grund für den Rückgang der Besucherzahlen wird die eingeschränkte Kraftstoffversorgung an den Tankstellen genannt. Die Ukraine hat in den vergangenen Wochen mehrfach Nachschublinien der russischen Streitkräfte angegriffen. Auf der Krim wurde deswegen eine Rationierung von Treibstoffen eingeführt. Der Benzinmangel hält viele Autofahrer davon ab, die Halbinsel zu bereisen.

Russland hatte die Krim 2014 annektiert und nutzt sie als strategischen Stützpunkt für seine Truppen im Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew verfolgt mit den Drohnenangriffen vor allem das Ziel, den militärischen Nachschub zu unterbrechen.

Angriffe auf zwei Treibstoffdepots

Seit mehr als vier Jahren verteidigt sich die Ukraine gegen die russische Invasion. Laut dem Generalstab der ukrainischen Streitkräfte wurden in der Nacht zum Sonntag auf der Krim ein Treibstofflager, ein Ölterminal, ein Kommandoposten des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB sowie weitere militärische Einrichtungen angegriffen.

Wie die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet, brach im Treibstofflager Semikolodesjanska im Gebiet Jedy-Kujo ein Feuer aus. Die Anlage dient der Versorgung der russischen Truppen und gilt als einer der größten Umschlagplätze für Erdölprodukte im östlichen Teil der Krim.

Zudem griffen ukrainische Streitkräfte ein Ölterminal im Gebiet Feodosija an. Dieses Depot südöstlich der Stadt ist der größte Komplex für den Umschlag von Ölprodukten auf der Krim und wird ebenfalls zur Annahme, Lagerung und Verteilung für russische Militäreinheiten genutzt.

Mit den Angriffen auf die russische Ölindustrie will die Ukraine die militärischen Kapazitäten Moskaus einschränken und den Energieexport unterbrechen, mit dem Russland seine Kriegsmaschinerie finanziert. Die russische Führung räumte zuletzt Rückgänge bei der Ölförderung und wirtschaftliche Probleme durch die zunehmenden ukrainischen Drohnenangriffe ein, betonte jedoch, dass die Lage weiterhin kontrolliert werde.