Al-Dschasira-Journalist bei israelischem Angriff im Gazastreifen getötet – Israel bezeichnet ihn als „Terrorist“
Im Gazastreifen wurden bei einem Angriff drei Personen getötet, darunter ein Journalist des katarischen Senders Al-Dschasira. Die israelische Armee bestätigte die Tötung des Journalisten, bezeichnete ihn jedoch als „Hamas-Terroristen“.
Nach Angaben von Al-Dschasira wurde einer ihrer Reporter, Ahmed Wischah, bei einem Drohnenangriff der israelischen Streitkräfte auf ein Wohnhaus im Zentrum des Gazastreifens getötet. Neben Wischah kamen bei dem Angriff zwei weitere Personen ums Leben, wie der Sender auf seiner Website mitteilte. Ein Sprecher der israelischen Armee bestätigte den Angriff und erklärte, Wischah sei ein „Hamas-Terrorist“ gewesen.
Der Angriff fand nach Angaben von Al-Dschasira im Flüchtlingslager Bureidsch statt. Dabei wurden außerdem mehrere Menschen verletzt.
Wischahs Bruder bereits im April bei Drohnenangriff ums Leben gekommen
Im April war bereits der Bruder von Ahmed Wischah, ebenfalls Journalist bei Al-Dschasira, bei einem israelischen Drohnenangriff getötet worden. Die israelische Armee warf auch ihm vor, unter dem Deckmantel des Journalismus für die Hamas tätig gewesen zu sein.
Die islamistische Gruppe Hamas und ihre Verbündeten hatten am 7. Oktober 2023 mit ihrem Angriff auf Israel den Krieg im Gazastreifen ausgelöst. An diesem Tag töteten die Islamisten 1221 Menschen und nahmen 251 Geiseln, die sie in den Gazastreifen verschleppten. Als Reaktion startete Israel eine Militäroffensive im Gazastreifen. Nach Angaben der Hamas wurden in den folgenden zwei Kriegsjahren mehr als 70.000 Palästinenser getötet.
Der Bericht der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) von Ende 2025 verzeichnet seit Beginn des Gazakrieges über 220 getötete Journalisten durch die israelische Armee im Gazastreifen, davon mindestens 70 während ihrer beruflichen Tätigkeit.
Seit dem 10. Oktober 2025 herrscht im Gazastreifen eine fragile Waffenruhe, die immer wieder von beiden Seiten verletzt wird. Israel fordert die Entwaffnung der Hamas sowie die Zerstörung des von der Gruppe genutzten Tunnelsystems im Gebiet. Die Hamas lehnt diese Forderungen strikt ab.