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Darum richtet Montreal keine WM aus: „Diese Anforderungen waren völlig absurd“

Warum Montreal keine WM ausrichtet: „Völlig absurde Anforderungen“

Von den 16 Gastgeberstädten der WM 2026 liegen nur zwei in Kanada (die USA haben elf, Mexiko drei). Als zweitgrößte Stadt des Landes nach Einwohnerzahl könnte man erwarten, dass Montreal dazugehört. Doch dem ist nicht so. Toronto und Vancouver sind die von der FIFA ausgewählten Austragungsorte im großen weißen Norden.

Montreals frühzeitiger Rückzug von der WM 2026

Montreal hatte sich zunächst als mögliche Gastgeberstadt präsentiert, zog sich jedoch im Juli 2021 mit der Begründung von Finanzierungsproblemen zurück.

Eine Recherche von Enquête, einem investigativen Programm von Radio-Canada, förderte jedoch Dokumente zutage, die auf einen anderen Grund hinweisen.

Laut Enquête entschied sich die größte Stadt Quebecs gegen Spiele im Olympiastadion, weil die Anforderungen der FIFA „völlig lächerlich“ gewesen seien, wie es die ehemalige Tourismusministerin Quebecs, Caroline Proulx, formulierte.

Sogar Josh Matlow, Stadtrat von Toronto, das sechs Spiele ausrichten wird, bezeichnete das WM-Abkommen als „schrecklich für unsere Bürger“.

Die Anforderungen hinter Montreals Absage

Doch worin bestanden genau diese Forderungen, und warum waren sie so problematisch?

Erstens: Zwischen dem 25. April und dem 19. Juli wären keine Veranstaltungen im Olympiastadion erlaubt gewesen, obwohl die WM erst am 11. Juni beginnt.

Zweitens: Die für das Turnier genutzten Spielfelder durften von September 2024 bis zum Ende der WM im Juli 2026 nicht für „andere Zwecke“ verwendet werden.

Drittens: Zwischen dem 22. Mai und dem 17. Juli hätte die FIFA Zugang zu Montreals Parc Jean-Drapeau – dem ehemaligen Austragungsort der Expo 67 – sowie zum Alten Hafen der Stadt gehabt.

Und schließlich, wohl am gravierendsten, wären „keine großen Sportveranstaltungen“ in der Stadt von der Woche vor Turnierbeginn bis zur Woche nach dessen Ende erlaubt gewesen.

Folgen für die Stadt

Diese Auflagen hätten zahlreiche bedeutende Events beeinträchtigt, darunter den kanadischen Grand Prix der Formel 1 im Mai und das Montreal International Jazz Festival, das Ende Juni und Anfang Juli stattfindet.

„Die Forderungen wurden immer mehr“, sagte Proulx und bezeichnete die FIFA zudem als „gierig“. „Ich hätte unmöglich der Formel 1 sagen können, dass die FIFA einen Veranstaltungsstopp verlangt.“

Steigende Kosten für die WM 2026

Enquête schätzt, dass die 13 WM-Spiele in Kanada die Steuerzahler mindestens eine Milliarde Dollar kosten werden. Laut Matlow muss Toronto mindestens 380 Millionen Dollar für die Ausrichtung von sechs Spielen aufwenden, nachdem zunächst Kosten zwischen 30 und 45 Millionen Dollar genannt wurden.

Auch in Vancouver, wo sieben Spiele stattfinden, sind die geschätzten Ausgaben von 240 Millionen auf 624 Millionen Dollar gestiegen.