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Trump besteht auf „roten Linien“: Hegseth warnt vor Wiederaufnahme des Iran-Konflikts

Trump beharrt auf "roten Linien": Hegseth droht mit Neustart des Iran-Krieges

Seit mehreren Tagen führen die USA und der Iran intensive Gespräche über eine mögliche Verlängerung der aktuellen Waffenruhe. Ein Durchbruch ist bislang jedoch nicht erkennbar, da beide Seiten unbeirrt an ihren Forderungen festhalten. Gleichzeitig geben die USA erneut Hinweise auf ihre Bereitschaft zu einem militärischen Eingreifen.

Verteidigungsminister Pete Hegseth betonte, dass die USA „mehr als gewappnet“ seien, um den Konflikt mit dem Iran wieder aufzunehmen. „Unsere Vorräte sind sowohl vor Ort als auch global mehr als ausreichend“, erklärte der Pentagon-Chef während eines Verteidigungsforums in Singapur. „Sollte es notwendig sein, können wir den Einsatz erneut starten.“ Die Stärke der US-Streitkräfte resultiere aus der ausgewogenen Kombination von Spezialmunition und großflächig verfügbarer Munition, erläuterte Hegseth weiter. Aktuell gilt im Iran-Konflikt eine Waffenruhe.

Im Verlauf des Iran-Kriegs haben die USA enorme Mengen an Waffen und Munition verbraucht. Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigte, dass es mehrere Jahre dauern wird, um die am stärksten beanspruchten Waffensysteme zu ersetzen. Das US-Verteidigungsministerium bezifferte die Kosten für den Militäreinsatz „Epischer Zorn“ auf rund 29 Milliarden Dollar (etwa 25 Milliarden Euro). Pentagon-Finanzchef Jules Hurst führte diese Ausgaben bei einer Kongressanhörung auf „Reparatur- und Ersatzkosten für militärische Ausrüstung“ zurück.

Die Verhandlungen zur Verlängerung des Waffenstillstands im Iran-Krieg kommen weiterhin nicht voran: Nachdem Präsident Donald Trump am Freitag zunächst Hoffnung auf eine Einigung signalisiert hatte, wurde nach einer Krisensitzung im Weißen Haus klar, dass er auf der Einhaltung seiner „roten Linien“ besteht. Die Führung in Teheran erklärte ihrerseits, dass es noch „keine endgültige Vereinbarung“ gebe.

Trump kündigte an, er werde sich mit seinen Sicherheitsberatern beraten, „um eine finale Entscheidung zu treffen“. Nach den rund zweistündigen Gesprächen im sogenannten Situation Room im Weißen Haus erklärte ein Regierungsvertreter: „Präsident Trump wird nur einem Abkommen zustimmen, das Amerika Vorteile bringt und seine roten Linien wahrt.“ Eine der zentralen Bedingungen sei, dass der Iran „niemals eine Atomwaffe besitzen darf“.

USA planen, iranisches Uran zu „finden und zerstören“

Vor den Beratungen im Situation Room äußerte Trump, dass der Iran auf Atomwaffen verzichten und die Straße von Hormus wieder freigeben müsse. Im Gegenzug würden die USA ihre maritime Blockade iranischer Häfen aufheben. Zudem schrieb Trump auf seinem Onlinedienst Truth Social, die USA beabsichtigen, gemeinsam mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) die iranischen Uranvorräte „auszugraben und zu vernichten“.

Zu Berichten, wonach der Iran eine finanzielle Entschädigung für den Krieg gefordert habe und das Weiße Haus Investitionen ins Spiel gebracht habe, sagte Trump: „Bis auf Weiteres wird kein Geld fließen.“ Es seien lediglich „weniger wichtige Punkte vereinbart“ worden. Nach der Sitzung im Situation Room äußerte sich der Präsident nicht weiter öffentlich.

Derzeit liegt laut US-Quellen ein Rahmen für weitere Verhandlungen vor, auf den sich beide Seiten verständigt haben. Dieser sieht eine Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage vor. Erstmals seit Beginn des Krieges Ende Februar sollen beide Parteien zudem erneut intensiver über das iranische Atomprogramm sprechen. US-Insider berichten, dass nach wochenlangen Gesprächen nur noch Trumps Unterschrift unter dem Vertrag fehlt.

Iran bezeichnet Verhandlungsstand als „Mischung aus Wahrheit und Fiktion“

Am Freitag betonte auch Teheran, dass es weiterhin keine „abschließende Vereinbarung“ mit den USA gebe. „Der Nachrichtenaustausch wird fortgesetzt, doch eine finale Einigung steht noch aus“, erklärte Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei. Ressortchef Abbas Araghtschi sprach in einem Gespräch mit seinem Amtskollegen aus Oman von „überzogenen Forderungen sowie wechselhaften und widersprüchlichen Positionen“ der USA.

Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, dass Trumps Angaben zu einer möglichen Einigung „eine Mischung aus Wahrheit und Lüge“ seien. So enthalte das vorliegende Dokument keine Klausel, dass der Iran die Straße von Hormus ohne weitere Gebühren für die Schifffahrt öffnen müsse. Auch die von Washington und Teheran laut Trump gemeinsam geplante Vernichtung des angereicherten Urans sei in der Absichtserklärung nicht enthalten, hieß es weiter.