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7,2 Millionen Menschen im Südsudan von schwerer Hungersnot bedroht, warnt UN

7,2 Millionen Betroffene: UN warnt vor "katastrophalem Hunger" im Südsudan

Die anhaltenden Auseinandersetzungen im Südsudan verschlimmern die humanitäre Lage erheblich. Laut UN hungert etwa die Hälfte der Bevölkerung in dem jüngsten Staat der Welt. Hoffnung auf eine baldige Entspannung besteht kaum, denn es mangelt an finanziellen Mitteln, während zudem ungünstige Wetterbedingungen die Hilfsmaßnahmen erschweren.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind rund 7,2 Millionen Menschen im Südsudan unmittelbar auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Mutinta Chimuka, die Leiterin des Welternährungsprogramms (WFP) für den Südsudan, betonte: „Die Lage ist äußerst ernst und verlangt sofortiges Handeln, um Leben zu retten.“

Besonders betroffen ist der Bundesstaat Jonglei, wo Hunderttausende an einer „katastrophalen Hungersnot“ leiden. Etwa 12.000 Personen befinden sich aktuell in einer „extrem kritischen Phase“ der Ernährungsunsicherheit, so Chimuka weiter. „Besonders alarmierend ist der rapide Anstieg schwerer Unterernährung bei Kindern unter fünf Jahren sowie stillenden Müttern.“

Dem Bericht zufolge konnte das WFP in den letzten drei Wochen über 60.000 Menschen in der umkämpften Stadt Akobo mit Lebensmitteln versorgen. Die bevorstehende Regenzeit könnte den Transport von Hilfsgütern jedoch bald stark behindern. Um die Unterstützung fortzusetzen, benötigt das Welternährungsprogramm dringend 266 Millionen US-Dollar (etwa 227 Millionen Euro), erklärte Chimuka. „Das Zeitfenster für Hilfe ist äußerst knapp.“

Der Südsudan, der 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan erlangte, ist der jüngste Staat der Welt. Die Situation im Land hat sich zuletzt deutlich verschlechtert, nachdem der Konflikt zwischen Anhängern von Präsident Salva Kiir und Unterstützern von Vizepräsident Riek Machar erneut aufflammte. Das 2018 geschlossene Friedensabkommen, das einen fünfjährigen Bürgerkrieg mit circa 400.000 Todesopfern beendete, ist Anfang dieses Jahres gescheitert.