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Flugtickets sollen günstiger werden: Bundesregierung hebt Ticketsteuererhöhung auf

Fliegen soll günstiger werden: Bundesregierung macht Erhöhung der Ticketsteuer rückgängig

Die geplante Senkung der Ticketsteuer soll Flugreisen wieder preiswerter machen – zumindest theoretisch. Denn aufgrund des Nahost-Konflikts steigen die Flugpreise, sodass der Nutzen für Passagiere begrenzt sein könnte.

Der Bundestag hat beschlossen, die Ticketsteuer im Luftverkehr zu reduzieren. Der Gesetzentwurf wurde mit den Stimmen der Koalitionsparteien Union und SPD verabschiedet. Dennoch sind die Flugpreise auf vielen Verbindungen durch den Krieg im Nahen Osten zuletzt deutlich angestiegen, weshalb Reisende kaum von der Steuererleichterung profitieren dürften.

Im Detail wird die Abgabe für Kurzstreckenflüge um 2,50 Euro, für Mittelstreckenflüge um 6,33 Euro und für Langstreckenflüge um 11,40 Euro gesenkt. Das Bundesfinanzministerium hat die Fluggesellschaften aufgefordert, diese Ermäßigung an die Passagiere weiterzugeben. Allerdings stehen die Airlines durch die stark gestiegenen Kerosinpreise und drohende Engpässe bei der Versorgung vor großen Herausforderungen.

Die neue Regelung soll zum 1. Juli 2026 in Kraft treten. Damit hebt die schwarz-rote Koalition die für den 1. Mai 2024 vorgesehene Erhöhung der Ticketsteuer wieder auf.

Weniger Staatseinnahmen durch Steuererleichterung

Die Steuersenkung führt zu Mindereinnahmen beim Bund. Für das zweite Halbjahr 2026 werden diese auf rund 170 Millionen Euro geschätzt. In den Folgejahren könnten dem Staat jährlich bis zu 355 Millionen Euro fehlen. Die Ausfälle sollen ab 2027 durch Einsparungen im Haushalt des Bundesverkehrsministeriums kompensiert werden.

Die Luftverkehrsteuer gehört neben Flughafenentgelten und Gebühren zu den staatlichen Standortkosten an deutschen Flughäfen. Jens Bischof, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, bezeichnete die Senkung als wichtiges Signal. „Deutschland gehört europaweit zur Spitzengruppe bei der Belastung durch staatliche Standortkosten.“ Er fordert zeitnah weitere Entlastungen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert die Senkung jedoch scharf und sieht darin „ein völlig falsches Signal“. Stattdessen sei eine höhere Abgabe notwendig, um die durch den Flugverkehr verursachte Lärm- und Schadstoffbelastung auszugleichen. Auch Lena Donat von Greenpeace äußerte sich negativ zum Bundestagsbeschluss: „Wirtschaftlich macht das keinen Sinn, klimapolitisch ist es ein Irrweg.“