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Spannung vor NASA-Mission: Deutscher Astronaut fliegt zum Mond – doch darf er landen?

Spannung vor NASA-Mission: Deutscher fliegt zum Mond - aber darf er aussteigen?

Forschungsministerin Dorothee Bär kündigt bedeutende Fortschritte in den Bereichen Frauengesundheit und Raumfahrt an. Bis zum Ende dieses Jahrzehnts soll ein deutscher Astronaut zum Mond reisen. Zudem plant sie verstärkte Forschungen zu einer schmerzhaften Erkrankung, die viele Frauen betrifft.

Die Bundesregierung geht fest davon aus, dass ein deutscher Raumfahrer an den geplanten US-Mondmissionen teilnehmen wird, wie Bär im ntv Frühstart erklärte. Es gilt als sicher, dass der erste Europäer auf dem Weg zum Erdtrabanten aus Deutschland kommen wird. Allerdings dämpfte die CSU-Politikerin die Erwartungen hinsichtlich eines ersten historischen Mondspaziergangs. Ob der deutsche Kandidat tatsächlich den Mond betreten darf, ist noch unklar. „Ob er als Extra auch auf der Mondoberfläche aussteigen darf, ist bisher nicht zugesichert“, so die Ministerin.

Nach Anpassungen im Artemis-Programm der NASA wurden die Mondflüge zeitlich verschoben. Bär konkretisierte nun den Zeitraum für die deutsche Beteiligung: „Realistisch ist eine Teilnahme ab der Artemis-5-Mission.“ Diese ist aktuell gegen Ende des Jahrzehnts, vermutlich 2029, geplant. Mit erfahrenen ESA-Astronauten wie Alexander Gerst oder Matthias Maurer verfügt Deutschland über prominente Kandidaten für den Flug.

Die erfolgreiche Positionierung Deutschlands bei der begehrten Vergabe von Astronautenplätzen beruht auf der starken Rolle innerhalb der europäischen Raumfahrtagentur ESA und der Abhängigkeit der NASA von europäischer Technik. Ein entscheidendes Bauteil der Raumkapseln, das European Service Module (ESM), wird maßgeblich in Bremen gefertigt. Dieses zentrale Element versorgt die Kapsel nicht nur mit Energie und Antrieb, sondern sorgt laut Bär auch dafür, „dass die Astronauten an Bord atmen können“. Die NASA benötigt Europa für den Erfolg der Missionen. Dennoch war die Auswahl eines deutschen Astronauten kein Selbstläufer: „Wie in der Politik üblich, gab es harte Auseinandersetzungen, auch mit unseren Nachbarländern“, gestand Bär ein. Besonders Frankreich verfolgt traditionell große Ambitionen in der europäischen Raumfahrt.

Verstärkte Forschung zur Frauengesundheit

Bär kündigte zudem an, die medizinische Forschung speziell für den weiblichen Körper deutlich auszubauen. „Ab sofort gilt eine neue Förderrichtlinie, die unter anderem eine geschlechtersensible Herangehensweise in der Krebsforschung fördert“, erklärte die Ministerin. Lange Zeit wurde der männliche Körper in der Forschung als Standard betrachtet. Der Bedarf an gezielter Förderung in diesem Bereich sei enorm.

Die bisherige Vernachlässigung des weiblichen Körpers in der Wissenschaft, oft als „Gender Data Gap“ bezeichnet, kann in der Praxis lebensbedrohliche Folgen haben. Es sei „sehr riskant“, Frauen im Krankenhaus wie Männer zu behandeln, warnte Bär. Als Beispiel nannte sie den Herzinfarkt, dessen Symptome bei Frauen häufig von den bei Männern üblichen Anzeichen, wie Schmerzen im linken Arm, abweichen. Dies führt oft zu verzögerten Diagnosen: Im Schnitt dauert es über eine Stunde länger, bis ein Herzinfarkt bei Frauen erkannt wird. „Diese Stunde kann über Leben und Tod entscheiden“, so die Ministerin.

Bereits bestehende Förderprogramme des Bundes zeigen erste Wirkung, betonte Bär. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Erforschung von Endometriose. Diese schmerzhafte Erkrankung, bei der gebärmutterähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst, betrifft schätzungsweise 10 bis 15 Prozent aller Frauen. Die Folgen können schwerwiegend sein und reichen laut Bär bis zur ungewollten Kinderlosigkeit. Bis zur Diagnosestellung vergehen oft mehrere Jahre, da die Krankheit meist nur durch einen operativen Eingriff sicher festgestellt werden kann. Das soll sich ändern: „Wir prüfen, ob eine Diagnose auch ohne Operation möglich ist. Wir testen, ob sich eine Diagnose bereits über Urin oder Blut stellen lässt“, erläuterte Bär.