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Das chaotischste Spiel der WM: Rekordzahl an Gelben Karten und Messis Kritik am Schiedsrichter

Das chaotischste WM-Spiel: Rekord-Gelbe Karten & Messis Schiedsrichter-Kommentar

Niemand hätte gedacht, dass die Schlacht von Nürnberg jemals übertroffen werden könnte. Bei der WM 2006 in Deutschland sorgten Portugal und die Niederlande für einen unrühmlichen Rekord, indem sie sich regelrecht bekämpften. Der russische Schiedsrichter Valentin Ivanov verteilte 16 Gelbe und vier Rote Karten, wobei unter den Platzverweisen auch die ehemaligen Barcelona-Spieler Deco und Giovanni van Bronckhorst waren. Cristiano Ronaldo musste vor der Halbzeit ausgewechselt werden, nachdem er von Ex-Chelsea-Verteidiger Khalid Boulahrouz, treffend „Der Kannibale“ genannt, grob gefoult worden war. Der Niederländer wurde in der zweiten Halbzeit vom Platz gestellt.

Jahrelang galt dieses Spiel als Inbegriff für Chaos bei Weltmeisterschaften.

Die Schlacht von Lusail bricht an

Sechzehneinhalb Jahre später folgte jedoch die Schlacht von Lusail, erneut mit den Niederlanden beteiligt (ein Spiel, das den Titel „Schlacht von…“ erhält, signalisiert bereits die besondere Brisanz).

Diesmal trafen sie auf Argentinien in einem Match, das fast genauso sehr für die Ereignisse nach Ablauf der regulären Spielzeit wie für die 120 Minuten plus Elfmeterschießen in Erinnerung bleibt.

Lionel Messis „¿Qué mirás, bobo?“ („Was guckst du, Dussel?“), gerichtet an den niederländischen Stürmer Wout Weghorst in einem Interview nach dem Spiel, prangt seitdem auf Tassen, T-Shirts und mehr in ganz Argentinien und fängt die Anspannung des Spiels perfekt ein.

Messi im Zentrum des Sturms

Bei diesem Spiel verteilte Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz aus Spanien, der oft für seinen vermeintlichen Hang zur Selbstdarstellung kritisiert wird, insgesamt 18 Gelbe und eine Rote Karte an den Niederländer Denzel Dumfries.

Messi stand auch auf dem Spielfeld im Mittelpunkt der Kontroverse, als er sich nach seinem zweiten Tor für Argentinien, das eine 2:0-Führung bedeutete, vor der niederländischen Bank die Hände an die Ohren legte. Der frühere Barcelona-Star erklärte später, er sei durch Louis van Gaals „respektlose“ Äußerungen vor dem Spiel gereizt gewesen, in denen der niederländische Trainer behauptete, Messi beteilige sich „kaum“, wenn Argentinien den Ball nicht habe.

Späte Dramatik und Spannungen nach dem Spiel

Ein spätes Doppelpack von Weghorst glich das Spiel aus, und das Elfmeterschießen wurde von Spielern beider Teams gestört, beginnend mit Argentiniens Torwart Emi Martínez, der versuchte, die Gegner verbal einzuschüchtern. Nach dem Sieg Südamerikas prahlten mehrere argentinische Spieler vor ihren niederländischen Gegenspielern mit dem Ergebnis. Es fielen hitzige Worte und Beleidigungen, körperliche Auseinandersetzungen blieben jedoch aus.

Neben der Konfrontation mit van Gaal und seinem Ausbruch gegen Weghorst nach dem Spiel, sparte Messi auch nicht mit Kritik an Mateu Lahoz, einem Schiedsrichter, den er aus seiner Barcelona-Zeit gut kannte.

„Ich will nicht über den Schiedsrichter sprechen, weil man nicht ehrlich sein kann. Wenn man spricht, wird man bestraft. Die FIFA muss darüber nachdenken, sie dürfen keinen Schiedsrichter für solche Spiele einsetzen, der der Aufgabe nicht gewachsen ist.“

Schiedsrichter-Kritik und Folgen

Auch anderswo stieß die Leistung des Spaniers auf wenig Gegenliebe. „Der spanische Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz hat die Situation nicht verbessert, um es milde auszudrücken“, schrieb die BBC in ihrem Spielbericht. „Um es deutlich zu sagen: Er lieferte eine katastrophale Leistung – durch sein großzügiges Verteilen von Gelben Karten stieg die Spannung enorm, und als er Dumfries schließlich die Rote zeigte, hatte er längst die Kontrolle verloren.“

Mateu Lahoz wurde bei diesem Turnier nicht mehr eingesetzt und soll nach dem Debakel nach Hause geschickt worden sein. Sieben Monate später beendete er seine Schiedsrichterkarriere und erhielt bei seinem letzten LaLiga-Spiel zwischen Mallorca und Rayo Vallecano eine Ehrengarde und stehende Ovationen. Für einen Schiedsrichter ungewöhnlich, aber genau so wollte er wohl seinen Abschied feiern – zumindest laut seinen Kritikern, zu denen auch Messi zählt.