Audimax » Sport » Fussball » FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 » Diese WM-Stadien könnten im Juni und Juli 38 °C erreichen: So wollen die Teams der Hitze trotzen

Diese WM-Stadien könnten im Juni und Juli 38 °C erreichen: So wollen die Teams der Hitze trotzen

Diese WM-Stadien könnten im Juni und Juli 38 °C erreichen – So überstehen Teams die Hitze

Die Fußball-WM 2026 wird in vielerlei Hinsicht die bisher größte ihrer Geschichte sein – von der Anzahl der teilnehmenden Mannschaften und Spiele bis hin zu den erzielten Einnahmen. Gleichzeitig verspricht das Turnier eines der heißesten zu werden, was FIFPRO, die globale Spielergewerkschaft, schon lange Sorge bereitet.

Das Turnier findet mitten im US-Sommer statt, vom 11. Juni bis zum 19. Juli. Während die WM 2022 in Katar auf November und Dezember verlegt wurde, um die Spieler vor extremer Hitze zu schützen, wird es diesmal keine solche Terminverschiebung geben.

Sommer-Weltmeisterschaften wurden zwar schon in Ländern oder Regionen mit hohen Temperaturen ausgetragen, oft verschärft durch hohe Luftfeuchtigkeit.

Mexiko war bereits zweimal Gastgeber, 1970 und 1986, und auch die USA richteten die WM 1994 aus. Schon damals beklagten sich einige Teams über die Spielbedingungen, doch der Klimawandel droht das Problem heute noch umfassender und gravierender zu machen.

Was Hitze für Spieler tatsächlich bedeutet

Entscheidend ist nicht nur die reine Temperatur. Spielen bei trockenen 30 Grad Celsius ist etwas anderes als bei hoher Luftfeuchtigkeit, direkter Sonneneinstrahlung und wenig Wind. Deshalb verwenden Forscher einen Wert, der misst, wie der Körper die Hitze tatsächlich wahrnimmt. Es geht also nicht nur um die Temperatur, sondern wie der menschliche Körper darauf reagiert.

Und genau hier liegt das Problem.

Bei der WM 1994 begann ein Gruppenspiel zwischen Mexiko und Irland in Florida um die Mittagszeit. „Die Temperatur am Spielfeld betrug 47 Grad Celsius“, berichtete der ehemalige Manchester-United- und irische Verteidiger Denis Irwin gegenüber ESPN. „Hitze und Feuchtigkeit machten es extrem schwer, sich zu konzentrieren. Unter diesen Bedingungen zu spielen war wahrscheinlich gefährlich.“

Hochrisiko-Spielorte 2026

Von den Austragungsorten 2026 gelten sechs Städte – Atlanta, Dallas, Houston, Kansas City, Miami und Monterrey – als „extrem hohes Risiko“ für hitzebedingte Verletzungen wie Hitzschlag und Erschöpfung.

Die Stadien in Atlanta, Dallas und Houston verfügen über ausfahrbare Dächer und Klimatisierung. In Kansas City, Miami und Monterrey hingegen gibt es keine Überdachungen, sodass sie der vollen Witterung ausgesetzt sind.

Zudem zählen Boston (Foxborough), Philadelphia und Guadalajara zu den „sehr hochriskanten“ Spielorten, die ebenfalls keine Überdachungen besitzen.

FIFPRO-Medizindirektor Vincent Gouttebarge warnt, dass die Körpertemperatur der Spieler bis zu 40 Grad Celsius erreichen könnte. In diesem Fall „schwitzt man nicht mehr, verliert die Muskelkontrolle, kann kaum noch gehen, die kognitiven Fähigkeiten leiden, und im schlimmsten Fall droht Bewusstlosigkeit“, erklärte er gegenüber ESPN.

Wie FIFA darauf reagiert

Wie plant die FIFA also, mit dieser Herausforderung umzugehen?

Der Weltfußballverband erlaubt eine Hitzepause pro Halbzeit, wenn die Temperatur auf der Wet Bulb Globe Temperature (WBGT)-Skala mindestens 32 Grad Celsius erreicht. Diese Skala bewertet die Hitzeeinwirkung bei direkter Sonneneinstrahlung und berücksichtigt Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit, Sonnenstand und Bewölkung.

FIFPRO empfiehlt jedoch, die Pausen bereits früher einzuführen, ab einem WBGT-Wert von 26 Grad Celsius. Ab 28 Grad stuft die Gewerkschaft das Spielen als unsicher ein und rät, Spiele zu verschieben oder zu verzögern.

Die heißesten Austragungsorte haben ihre Spiele meist später am Tag angesetzt, doch Ausnahmen gibt es, da die FIFA den Spielplan auch an weltweite Übertragungszeiten anpasst.

So findet das Spiel Norwegen gegen Frankreich um 15 Uhr in Boston statt, während England gegen Ghana und ein Viertelfinale in Massachusetts um 16 Uhr angepfiffen werden.

Curaçao trifft um 16 Uhr in Philadelphia auf die Elfenbeinküste; dort sind außerdem drei Spiele für 17 Uhr geplant.

In Miami beginnt das früheste Spiel um 17 Uhr, vier Begegnungen starten um 18 Uhr. Auch in Kansas City und Guadalajara sind Anpfiffe um 18 Uhr vorgesehen, wodurch die schlimmste Hitze vermieden wird – trotzdem bleiben die Bedingungen für Spieler und Zuschauer wahrscheinlich unangenehm.