Iran gestattet Durchfahrten: Straße von Hormus für mehrere chinesische Schiffe geöffnet
Seit zweieinhalb Monaten ist die Straße von Hormus aufgrund des Krieges für den internationalen Handel größtenteils blockiert. USA und Iran weisen sich gegenseitig die Schuld zu. Jetzt sollen über zwei Dutzend Schiffe die Meerenge passiert haben.
Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben seit der vergangenen Nacht etwa 30 Schiffe die Straße von Hormus durchquert. Dies erklärte ein Kommandeur der IRGC-Marine laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars. Er betonte jedoch, dass weiterhin kein Schiff aus einem „feindlichen Staat“ die Meerenge passieren dürfe.
Der iranischen Agentur Tasnim zufolge handelte es sich unter anderem um chinesische Schiffe. Die Vereinbarung sei nach intensiven Verhandlungen zwischen beiden Ländern getroffen worden. Dabei hätten die engen bilateralen Beziehungen und die strategische Partnerschaft eine wesentliche Rolle gespielt, berichtete die Agentur.
Trump und Xi einigen sich auf offene Meerenge
Im Tasnim-Bericht wurde keine genaue Schiffszahl genannt, lediglich von „einer Reihe chinesischer Schiffe“ war die Rede, die nach vorheriger Abstimmung mit iranischer Seite die Straße von Hormus passierten. Die erste Durchfahrt begann demnach in der vergangenen Nacht.
China und Iran gelten seit Langem als enge Verbündete. Die Meldungen über die Schiffspassage erschienen während des Staatsbesuchs von US-Präsident Donald Trump in China. Nach einem Treffen zwischen Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping erklärte das Weiße Haus, beide Seiten seien sich einig, dass die Meerenge für Energietransporte offen bleiben müsse.
Reedereien müssen sich mit Iran abstimmen
Unmittelbar nach Kriegsbeginn übernahm Irans Militär die Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Hormus für den Energiehandel. Durch Drohungen, Kontrollen und Angriffe auf Schiffe kam der Verkehr in der Meerenge nahezu zum Stillstand.
Teheran betont stets, die Straße von Hormus sei nicht blockiert. Tatsächlich müssen Reedereien jedoch mit iranischen Stellen kooperieren und dürfen nur einen Korridor nahe der iranischen Küste befahren. Dafür verlangt die iranische Führung hohe Gebühren. Völkerrechtler sehen in diesen Gebühren einen Verstoß gegen das Recht auf freie Transitpassage.