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Iran: Friedensnobelpreisträgerin Mohammadi auf Kaution aus Haft entlassen

Iran: Nobelpreisträgerin Mohammadi verlässt Haft auf Kaution

Narges Mohammadi setzt sich im Iran gegen den Kopftuchzwang und die Todesstrafe ein. Das Regime der Mullahs hält die Friedensnobelpreisträgerin seit Jahren in Haft. Kürzlich verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand dramatisch, was ihre Angehörigen alarmierte. Nun zeigt Teheran eine Reaktion.

Die iranischen Behörden haben die inhaftierte Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi aufgrund gesundheitlicher Probleme gegen Kaution freigelassen, um eine medizinische Behandlung zu ermöglichen. Die 54-Jährige wurde nach Angaben ihrer Unterstützer wegen ihres kritischen Zustands nach Teheran transportiert. Nach einem zehntägigen Krankenhausaufenthalt in Sandschan, im Norden Irans, wo sie ihre Haft verbüßte, wurde Mohammadi laut ihrer Stiftung „gegen Zahlung einer hohen Kaution vorübergehend von der Strafe ausgesetzt“.

Die Nobelpreisträgerin wurde mit einem Krankenwagen in ein Teheraner Krankenhaus gebracht, wo sie „von ihrem eigenen Ärzteteam betreut“ wird, so die Mitteilung weiter. Die genaue Höhe der Kaution wurde nicht genannt. Unterstützer berichteten, Mohammadi erlitt am 1. Mai einen zweiten Herzinfarkt. Menschenrechtsaktivisten warnten davor, dass sie in Haft sterben könnte. Das US-Außenministerium forderte Teheran am Donnerstag auf, Mohammadi „sofort freizulassen und ihr die nötige medizinische Versorgung zu gewährleisten“.

Taghi Rahmani, Mohammadis Ehemann, der in Paris lebt, erklärte, sie schwebe in Lebensgefahr. „Obwohl sie sich derzeit nach einem Zusammenbruch im Krankenhaus befindet, ist eine vorübergehende Verlegung unzureichend.“ Er betonte, Mohammadi dürfe niemals wieder in eine Umgebung zurückkehren, die ihre Gesundheit zerstört habe, und bezog sich dabei auf das Gefängnis. Die Stiftung Mohammadis erklärte, die Friedensnobelpreisträgerin benötige eine spezialisierte Behandlung und ergänzte: „Wir müssen sicherstellen, dass sie nicht erneut ins Gefängnis zurückkehrt, um die restlichen 18 Jahre ihrer Haftstrafe zu verbüßen.“

Seit über 25 Jahren steht Mohammadi wegen ihres Engagements gegen den Kopftuchzwang und die Todesstrafe im Iran immer wieder vor Gericht und wurde inhaftiert. Ihre beiden Kinder, die in Paris leben, hat sie seit 2015 nicht mehr gesehen. Für ihren Einsatz für Menschenrechte erhielt sie 2023 den Friedensnobelpreis, den damals ihre Kinder stellvertretend in Oslo entgegennahmen.

„Gesundheitszustand äußerst kritisch“

Im Dezember 2024 wurde Mohammadi aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend aus dem Evin-Gefängnis in Teheran entlassen. Im Dezember 2025 erfolgte ihre erneute Festnahme in Maschhad, Ostiran, nachdem sie bei einer Beerdigung Kritik an der iranischen Führung geäußert hatte.

Im Februar berichtete Mohammadis Stiftung, ihr Gesundheitszustand sei „äußerst kritisch“. Seitdem erlitt die Aktivistin zwei Herzinfarkte, am 24. März und am 1. Mai. Nach dem letzten Vorfall wurde sie ins Krankenhaus in Sandschan gebracht, blieb jedoch unter ständiger Bewachung. Ihre Anwältin Chirinne Ardakani aus Paris erklärte letzte Woche, Mohammadi könne „jederzeit sterben“. Sie sei „kaum wiederzuerkennen“ und habe 20 Kilogramm an Gewicht verloren.

Der Krieg im Iran belastet Mohammadis Zustand zusätzlich. Seit Kriegsbeginn Ende Februar gab es mindestens drei Luftangriffe in der Nähe ihres Gefängnisses.