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Sozialverband warnt: Teilkrankschreibung setzt Betroffene unter zusätzlichen Druck

Sozialverband kritisiert: Teilkrankschreibung erhöht Druck für Betroffene

Um Kosten zu senken, setzt die Bundesregierung eine Gesundheitsreform um, die unter anderem die Teilkrankschreibung vorsieht. Diese Maßnahme sorgt jedoch für Besorgnis.

Der Sozialverband VdK äußerte deutliche Kritik an der vorgesehenen Teilkrankschreibung für Arbeitnehmer. „Die Betroffenen werden erheblich unter Rechtfertigungsdruck stehen, warum sie nicht zumindest teilweise arbeiten können“, erklärte VdK-Präsidentin Verena Bentele gegenüber dem Portal „Web.de“. „Stattdessen sollten wir Rahmenbedingungen schaffen, die eine vollständige Genesung ermöglichen und den Menschen den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtern.“

Ende April brachte das Bundeskabinett die Gesundheitsreform auf den Weg. Die Gesetzesvorhaben zielen darauf ab, Ausgaben bei Arztpraxen, Krankenhäusern und der Pharmaindustrie um Milliardenbeträge zu begrenzen. Bei längeren Krankheitsphasen soll eine Teilkrankschreibung erlaubt sein, sofern Arbeitnehmer und Arbeitgeber zustimmen – dies in Abstufungen von 25, 50 oder 75 Prozent der Wochenarbeitszeit. Im parlamentarischen Verfahren sind noch Änderungen am Entwurf möglich.

Bentele forderte zudem einen respektvolleren Umgangston in der öffentlichen Diskussion: „Heute kann nahezu jeder, der sich für den Arbeitsplatzschutz und die Wirtschaft einsetzt, fast alles verlangen. Wenn hingegen Sozial- und Wohlfahrtsverbände Forderungen stellen, gelten sie schnell als Nörgler, die nur fordern, aber nichts beitragen“, kritisierte sie. Das sei ein ernstzunehmendes Problem. „Ich wünsche mir, dass die Unterstützung von Menschen genauso wertschätzend behandelt wird wie wirtschaftliche Fördermaßnahmen.“