Rechtspopulisten feiern Erfolge: Deutliche Niederlage für Starmers Labour bei Kommunalwahlen in England
Die Labour-Partei muss in England erwartungsgemäß erhebliche Verluste bei den Kommunalwahlen hinnehmen, während die rechtspopulistische Partei von Nigel Farage ausgelassen feiert. Die Resultate aus Schottland und Wales stehen noch aus.
Bei den Regional- und Kommunalwahlen in Großbritannien erlitt die regierende Labour-Partei unter Premierminister Keir Starmer deutliche Rückschläge. Besonders profitiert hat die populistische Anti-Einwanderungspartei Reform UK von Nigel Farage, die in England über 200 zusätzliche Sitze in Kommunalvertretungen gewinnen konnte. Erste Auszählungen zeigen, dass Labour in traditionellen Hochburgen in Mittel- und Nordengland sowie in Teilen Londons stark an Unterstützung verlor. Dies erhöht den Druck auf Starmer, nur zwei Jahre nach seinem überwältigenden Wahlsieg.
In einigen Gebieten blieb Labour sogar komplett ohne Mandate. So verlor die Partei im Großraum Manchester, genauer in Tameside, erstmals seit fast fünf Jahrzehnten die Mehrheit im Stadtrat, nachdem Reform UK alle 14 zu vergebenden Sitze errang. Außerdem musste Labour in der ehemaligen Bergbaustadt Wigan 20 Mandate an Farages Partei abtreten. Die Ergebnisse bezeichnete Labour-Abgeordnete Rebecca Long-Bailey als vernichtend.
Farage äußerte, dass das bisherige Wahlergebnis seine Erwartungen bei weitem übertreffe und einen historischen Umbruch in der britischen Politik markiere. Experten sehen darin ein Zeichen für die zunehmende Auflösung des traditionellen Zweiparteiensystems hin zu einer Mehrparteiendemokratie.
Ergebnisse aus Schottland und Wales erwartet
Die Wahlen in über 136 Kommunalvertretungen Englands sowie die Regionalparlamentswahlen in Schottland und Wales gelten als bedeutender Stimmungstest vor der regulären Parlamentswahl im Jahr 2029. Starmer war 2024 mit dem Anspruch angetreten, nach Jahren politischer Unruhen wieder für Stabilität zu sorgen. Seine Amtszeit wurde jedoch von zahlreichen Richtungswechseln und Skandalen überschattet, unter anderem der Entlassung des britischen US-Botschafters Peter Mandelson aufgrund seiner Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Falls Labour auch in Schottland und Wales schlecht abschneidet, wird mit verstärkten Rücktrittsforderungen gegen Starmer gerechnet. Energieminister Ed Miliband wies jedoch am Donnerstag Berichte zurück, wonach er dem Premierminister empfohlen habe, einen Zeitplan für seinen Rückzug vorzulegen.