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Nach verbalen Spannungen: USA und Papst Leo XIV. finden versöhnlichere Worte

Nach verbalem Schlagabtausch: USA und Papst Leo XIV. stimmen versöhnlichere Töne an

Aufgrund seiner scharfen Kritik am Iran-Krieg der USA und Israels sieht sich Papst Leo XIV. heftiger Gegenwehr von US-Präsident Trump und dessen Stellvertreter Vance ausgesetzt. Inzwischen unternimmt US-Außenminister Rubio Anstrengungen, die angespannte Lage zu beruhigen. Seine als „Tauwetter“ bezeichnete Diplomatie erfährt auch an anderen Stellen Zuspruch.

Im Vatikan betonten Papst Leo XIV. und US-Außenminister Marco Rubio bei ihrem Treffen nach den jüngsten Differenzen ihre gemeinsamen Anliegen. Beide setzten sich laut US-Außenministerium für die Förderung von „Frieden und Menschenwürde“ ein. Nach Angaben des Vatikans sprachen sie über die „notwendige unermüdliche Friedensarbeit“. Trotz der Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Papst in den vergangenen Wochen erklärten beide Seiten, ihre bilateralen Beziehungen weiterhin pflegen zu wollen.

Ein Sprecher von Rubio hob hervor, dass das Treffen die „intensiven Beziehungen“ zwischen den USA und dem Vatikan unterstrichen habe. Aus dem Vatikan verlautete, beide Seiten hätten ihr „gemeinsames Engagement für eine stabile bilaterale Partnerschaft“ bekräftigt. Das Gespräch sei in einer „herzlichen Atmosphäre“ verlaufen.

Nach US-Angaben standen neben dem Nahostkonflikt auch gemeinsame Interessen in Lateinamerika im Fokus. Rubios Sprecher erläuterte, dass der US-Außenminister und Papst Leo insbesondere die Rolle der katholischen Kirche in Kuba diskutierten. Der Vatikan nimmt seit Langem eine bedeutende Rolle in den diplomatischen Beziehungen mit dem kommunistisch regierten Inselstaat ein. Rubio, Sohn kubanischer Exilanten, setzt sich für tiefgreifende Reformen in Kuba ein.

Zusätzlich zum Papst traf Rubio laut Vatikan auch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, den Außenbeauftragten des Vatikans. Dabei wurde unter anderem das Thema Religionsfreiheit erörtert, wie US-Seiten berichten.

Begegnung mit belastetem Hintergrund

Der Besuch fand beinahe genau ein Jahr nach Leos Wahl zum Papst statt – vor dem Hintergrund der jüngsten Spannungen zwischen dem US-stämmigen Kirchenoberhaupt und Präsident Trump wegen des Iran-Kriegs. Trump reagierte verärgert auf die Friedensappelle des Papstes und warf ihm vor, sich mit einem Land zu solidarisieren, das eine Atombombe anstrebe. Zudem kritisierte Leo XIV. wiederholt die Behandlung von Migranten in den USA als „äußerst respektlos“ und forderte einen „menschenwürdigen“ Umgang.

Trotz der diplomatischen Differenzen wurde Rubio im Vatikan ausgesprochen freundlich empfangen. Ein US-Vertreter betonte, die Begrüßung habe „alle Erwartungen übertroffen“. Rubios Fahrzeugkolonne passierte den Arco delle Campane – den sogenannten Glockenbogen – und fuhr in den Vatikan ein, eine Ehre, die sonst nur Staatsoberhäuptern zuteilwird. Zudem wurde der US-Diplomat von der Schweizergarde empfangen.

Die Bemühungen um Entspannung spiegelten sich auch im traditionellen Geschenkeaustausch wider. Papst Leo überreichte Rubio einen Olivenholz-Füller und hob hervor, dass der Olivenbaum als Symbol des Friedens stehe. Die US-Delegation schenkte dem 70-jährigen sportbegeisterten Pontifex einen kleinen Football aus Glas.

Weiterer Halt bei Meloni

Rubio, im Gegensatz zu Trump Katholik, führt seine Reise bis Freitag fort und trifft dabei auch Italiens rechtskonservative Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sowie weitere Regierungsvertreter. Meloni hatte Trumps Kritik am Papst als „inakzeptabel“ bezeichnet, woraufhin Trump seinerseits kritische Äußerungen über sie machte.

Die seit Oktober 2022 amtierende Rechtsaußenpolitikerin Meloni versuchte in der Vergangenheit, als Vermittlerin zwischen dem Rechtspopulisten Trump und EU-Kritikern zu agieren. Italien lehnt es, wie andere europäische NATO-Partner, ab, die USA im Krieg gegen den Iran zu unterstützen. Der Konflikt begann Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf die Islamische Republik.

Italienische Medien kommentierten Rubios Besuch bereits im Vorfeld als „Tauwetter“-Diplomatie. Rubio selbst versuchte bereits vor seiner Abreise in Washington, den Konflikt zwischen Trump und dem Papst als weniger gravierend darzustellen und die gemeinsamen Interessen hervorzuheben.