„Absurde Täuschung“: Manipuliert das Pentagon die Zahl der US-Toten im Iran-Konflikt?
In den jüngsten Gefechten mit dem Iran sind erneut US-Soldaten ums Leben gekommen. Doch das Pentagon zählt diese Opfer nicht mehr als Teil des unter der Bezeichnung „Operation Epic Fury“ geführten Iran-Kriegs, sondern ordnet sie einer neuen Kategorie zu.
Nach dem Tod von vier US-Soldaten bei iranischen Angriffen auf US-Stützpunkte im Nahen Osten hat das Pentagon diese Verluste der neuen Kategorie „Overseas Operations“ zugeordnet. Dadurch fallen sie nicht mehr unter die offizielle Statistik der am 28. Februar gestarteten „Operation Epic Fury“, die den Angriff der USA und Israels auf den Iran beschreibt. Dieses Vorgehen wird in den USA jedoch stark kritisiert.
Der republikanische Kongressabgeordnete Thomas Massie äußerte sich auf X ironisch zu dem Vorgang: „Erlauben Sie mir, diese absurde Täuschung zu erklären: Das Pentagon tut so, als ob es zwei Iran-Kriege gäbe, die lediglich durch eine kurze Waffenruhe getrennt sind.“
Am Wochenende gab das Pentagon bekannt, dass im Konflikt mit dem Iran mindestens 624 US-Soldaten verletzt wurden – eine Zahl, die laut der Militärpublikation „Task & Purpose“ am vergangenen Freitag noch bei 420 lag. Die aktualisierten Zahlen erschienen im Rahmen einer umfassenden Überarbeitung des offiziellen Systems zur Erfassung von Kriegsopfern des Verteidigungsministeriums, das den Iran-Konflikt nun erstmals in zwei Zeitabschnitte gliedert.
Dem Bericht zufolge wurden die meisten Verluste aus dem Juli aus der Statistik der „Operation Epic Fury“ entfernt und in die neue Kategorie „Overseas Operations“ verschoben. Auch die Zählweise der 18 im Iran-Konflikt getöteten Soldaten wurde geändert. So wurden vier von ihnen in die Kategorie „Overseas Operations“ eingeordnet – darunter drei, die am 17. Juli bei einem iranischen Angriff in Jordanien ums Leben kamen, sowie ein weiterer Soldat, der bei der kontrollierten Sprengung einer abgeschossenen iranischen Drohne im Irak getötet wurde.
Auf einer offiziellen Webseite listet das Pentagon die beiden Kategorien nun getrennt auf: Die „Operation Epic Fury“ weist insgesamt 14 Tote und 412 Verwundete aus, während „Overseas Operations“ nun vier Tote und 207 Verwundete verzeichnet.
Die neue Erfassung der Opfer beginnt laut Pentagon am 7. Juli. Die Trump-Regierung argumentierte in diesem Monat, dass die „Operation Epic Fury“ mit der Verkündung eines kurzzeitigen Waffenstillstands an diesem Tag beendet wurde. Die Kampfhandlungen vor und nach dem 7. Juli verliefen jedoch weitgehend ähnlich, so die Militärpublikation „Task & Purpose“. Dabei wechselten sich US-Bombardements und iranische Raketen- sowie Drohnenangriffe ab. US-Präsident Trump selbst hatte in sozialen Medien erklärt, dass im „militärischen Konflikt mit dem Iran“ insgesamt 18 amerikanische Soldaten getötet wurden, darunter auch die vier, die nach dem 7. Juli ums Leben kamen.