Bildungsminister Indiens tritt nach „Kakerlaken“-Protesten zurück
In Indien hat eine ungewöhnliche Protestbewegung die Regierungspartei vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Die ursprünglich satirisch gegründete „Kakerlaken-Volkspartei“ kämpft seit Monaten gegen Missstände im Bildungssystem und kann nun ihren ersten bedeutenden Erfolg feiern.
Bildungsminister Dharmendra Pradhan ist dem Druck der „Kakerlaken“-Bewegung nachgegeben und hat seinen Rücktritt eingereicht. Auf der Plattform X betonte er seinen Respekt vor den berechtigten Forderungen der jungen Generation und teilte mit, dass er Premierminister Narendra Modi sein Rücktrittsgesuch übermittelt habe.
Die junge „Kakerlaken-Volkspartei“ hatte den Rücktritt des Ministers als zentrale Forderung erhoben. Sie sieht in ihm die politische Verantwortung für einen Skandal um geleakte Unterlagen einer Hochschulaufnahmeprüfung.
Im Mai hatte der Oberste Richter Surya Kant Kritiker der Regierung bei einer Anhörung mit den Begriffen „Kakerlaken“ und „Parasiten“ bezeichnet. Als Antwort darauf entstand aus einer satirischen Reaktion die „Cockroach Janta Partya“ (CJP), die schnell zu einer landesweiten Bewegung wuchs. Mittlerweile setzt sich die Bewegung auch für mehr Arbeitsplätze und Chancen für junge Menschen ein und kritisiert den zunehmend autoritären Regierungsstil von Modi.
Bei jüngsten Demonstrationen der „Kakerlaken“-Bewegung in Neu-Delhi kam es zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei. Diese Proteste zählen zu den größten innenpolitischen Herausforderungen für den hindu-nationalistischen Regierungschef seit Beginn seiner dritten Amtszeit im Jahr 2024.