Nach jahrelanger Haft: Kubanischer Dissident Alcántara erreicht die USA
Das Streben nach Freiheit von Luis Manuel Otero Alcántara und seinen Mitstreitern ist der kubanischen Regierung ein Dorn im Auge. Im Jahr 2021 wurde der Künstler festgenommen und inhaftiert. Nun hat seine Leidenszeit ein Ende gefunden – er plant, seinen Kampf künftig von den USA aus fortzusetzen.
Nach einer mehrjährigen Haftstrafe ist der regierungskritische kubanische Künstler Luis Manuel Otero Alcántara in die Vereinigten Staaten eingereist. Die Ankunft im Land wurde von US-Außenminister Marco Rubio bestätigt. Gleichzeitig forderte Rubio die „sofortige Freilassung der über 700 zu Unrecht inhaftierten politischen Gefangenen“ in Kuba, dem kommunistisch regierten Karibikstaat. Laut seiner Facebook-Seite möchte Otero Alcántara in den USA „weiterhin Visionen für Kubas Freiheit entwickeln“.
Ein Video vom Flughafen in Miami, Florida, zeigt die Ankunft von Otero Alcántara, das von der Aktivistin Anamely Ramos geteilt wurde. Der 38-Jährige sei nach „fünf Jahren ungerechtfertigter Haft (…) endlich freigelassen“ worden, so die Facebook-Seite, die von Freunden des Künstlers betrieben wird. Er erhielt ein Visum für die Einreise in die USA.
US-Außenminister Rubio betonte, die internationale Gemeinschaft müsse aufhören, „die Menschenrechtsverletzungen des kubanischen Regimes zu ignorieren“. Er erklärte: „Otero Alcántaras einziges ‚Verbrechen‘ war, sich nicht zum Schweigen bringen zu lassen und seine Kunst zu nutzen, um die grundlegenden Freiheiten einzufordern, die den Kubanern seit fast sieben Jahrzehnten verwehrt werden.“ Die von ihm angeführte Protestbewegung bezeichnete Rubio als „Leuchtfeuer der Hoffnung“.
Führende Rolle bei Demokratieprotesten
Im Jahr 2020 leitete Otero Alcántara Demonstrationen des Künstlerkollektivs San Isidro (MSI), das sich für Meinungsfreiheit und andere Rechte in Kuba einsetzt. Am 11. Juli 2021 wurde der Dissident festgenommen, als er versuchte, sich regierungskritischen Massenprotesten anzuschließen. Anschließend wurde er wegen Beleidigung nationaler Symbole und Störung der öffentlichen Ordnung im Zusammenhang mit einer früheren Performance zu fünf Jahren Haft verurteilt.
Seiner Facebook-Seite zufolge war er in einem Hochsicherheitsgefängnis untergebracht. Eine Auflage für seine Freilassung war, dass er Kuba dauerhaft verlassen müsse. Die kubanische Regierung wirft ihm vor, im Auftrag der USA versucht zu haben, den kommunistisch regierten Inselstaat zu destabilisieren.
Otero Alcántara möchte nun seine künstlerische Arbeit fortsetzen und „die ihm geraubte Zeit zurückgewinnen“, wie auf seiner Facebook-Seite zu lesen ist. Zudem will er „weiterhin Visionen für die Freiheit Kubas entwickeln“. Er vergisst nicht, dass in seiner Heimat „Hunderte politische Gefangene“ zurückgeblieben sind.