Audimax » Politik » Amtsmissbrauch bringt Konsequenzen: Bruder von Spaniens Premier Sanchez verurteilt

Amtsmissbrauch bringt Konsequenzen: Bruder von Spaniens Premier Sanchez verurteilt

Amtsmissbrauch hat Folgen: Bruder von Spaniens Premier Sanchez verurteilt

Rund um Spaniens Regierungschef Pedro Sanchez und dessen Familie kursieren zahlreiche Korruptionsvorwürfe. Nun wurde sein Bruder David verurteilt, da laut Gericht eigens für ihn eine Stelle geschaffen wurde. Die Anschuldigungen weist er jedoch zurück, was das Urteil für ihn umso schwerer macht.

David Sánchez, Bruder des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez, wurde von einem Gericht in Badajoz, Extremadura, für neun Jahre von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen. Er wurde des Amtsmissbrauchs schuldig gesprochen, weil er von einer eigens für ihn eingerichteten Position im öffentlichen Dienst profitiert haben soll.

Vom Vorwurf der unrechtmäßigen Einflussnahme wurde er allerdings freigesprochen. Eine Verurteilung in diesem Punkt hätte eine mehrjährige Haftstrafe nach sich ziehen können.

Dem Urteil zufolge war Sánchez daran beteiligt, dass für ihn rechtswidrig die Stelle als Koordinator für Musikkonservatorien geschaffen wurde – ein Posten, der laut Gericht „weder dringend noch notwendig“ war und ausschließlich „den privaten Interessen seines Inhabers und nicht dem öffentlichen Wohl diente“. Das Gericht stellte fest, dass derartige unethische Praktiken demokratische Institutionen untergraben und Korruption sowie Ungleichbehandlung fördern.

Elf Angeklagte insgesamt vor Gericht

David Sánchez bestreitet die Vorwürfe, während die Staatsanwaltschaft auf einen Freispruch plädierte. Elma Saiz, Sprecherin der spanischen Linksregierung, erklärte gegenüber Journalisten: „Wir hoffen, dass eine höhere Instanz die Unschuld von David Sánchez bestätigt, an die wir fest glauben.“ Der Komponist und Dirigent stand gemeinsam mit zehn weiteren Beschuldigten vor Gericht.

Die spanische Justiz untersucht seit einiger Zeit mehrere Korruptionsfälle, die Politiker und Angehörige des Umfelds von Premier Sánchez und seiner Partei betreffen. Die Sozialisten werfen den Ermittlungen immer wieder vor, eine politisch motivierte Kampagne rechtskonservativer Kreise zu sein, zu denen auch Richter und Juristen gehören sollen. Ziel sei es, die linksgerichtete Regierung Sánchez zu stürzen.