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Tödlicher Schuss bei ICE-Fahrzeugkontrolle in Texas erschüttert seit Jahrzehnten die USA

Seit Jahrzehnten in den USA: ICE tötet Mexikaner bei Fahrzeugkontrolle in Texas

Zu Beginn des Jahres führten zwei tödliche Zwischenfälle zu weitreichenden Protesten gegen die US-Einwanderungsbehörden. Nun wurde erneut ein Mensch von einem ICE-Beamten in Texas erschossen. Die Trump-Regierung reagierte wie gewohnt mit heftigen Anschuldigungen gegen den Getöteten.

Bei einem Einsatz der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE in Houston, Texas, kam es erneut zu tödlichen Schüssen: Ein ICE-Mitarbeiter eröffnete am Dienstag (Ortszeit) das Feuer auf einen Mexikaner, der laut Aussagen seiner Familie seit fast 35 Jahren in den USA lebte. Das Heimatschutzministerium sowie das FBI haben Ermittlungen eingeleitet.

Auslöser war eine Fahrzeugkontrolle, bei der ICE-Beamte versuchten, das Auto von Lorenzo Salgado anzuhalten, wie das US-Heimatschutzministerium über den Onlinedienst X mitteilte. Der Mann habe jedoch versucht, sich der Festnahme zu entziehen.

„Nach den vorliegenden Informationen rammte er ein ICE-Einsatzfahrzeug, ignorierte wiederholte mündliche Anweisungen und setzte sein Fahrzeug als Waffe ein, um einen ICE-Bundesbeamten zu überfahren“, erklärte das Ministerium. Daraufhin habe der ICE-Beamte „in Notwehr seine Dienstwaffe eingesetzt“. Salgado wurde in ein örtliches Krankenhaus gebracht, wo er seinen Verletzungen erlag.

Bereits in diesem Jahr hatte die US-Regierung nach tödlichen Schüssen auf zwei US-Bürger in Minnesota falsche Darstellungen über deren Verhalten verbreitet und sie unter anderem fälschlich als „Terroristen“ bezeichnet.

Der Sohn Salgados äußerte sich auf Facebook: Sein „hart arbeitender mexikanischer“ Vater sei auf dem Weg zu einem Baustellenjob gewesen, als er getötet wurde. „Mein Vater hat das nicht verdient“, schrieb Ronaldo Salgado. „Er lebte seit fast 35 Jahren in diesem Land und arbeitete auf dem Bau, um für mich, meine zwei Brüder und unsere Mutter zu sorgen.“ Laut Heimatschutzministerium besaß Salgado keine gültige Aufenthaltserlaubnis.

Dies ist der erste tödliche Schusswaffeneinsatz von ICE-Mitarbeitern seit dem Tod der US-Bürgerinnen Renee Good und Alex Pretti im Januar. Beide starben bei getrennten Vorfällen in Minneapolis. Für den Tod von Good, einer dreifachen Mutter, wird ebenfalls ein ICE-Beamter verantwortlich gemacht, während der Tod von Pretti einem Grenzschutzmitarbeiter zugeschrieben wird. Diese Todesfälle hatten die Proteste gegen die Massenabschiebungen unter Präsident Donald Trump und gegen ICE weiter verstärkt.

Nach diesen Ereignissen entließ Trump die Heimatschutzministerin Kristi Noem. Ihr Nachfolger Markwayne Mullin erklärte, er wolle ICE von der „Frontlinie“ zurückziehen, um negative Schlagzeilen zu vermeiden. Seitdem haben ICE-Mitarbeiter zwar mehrfach bei Kontrollen Waffen auf Migranten und US-Bürger gerichtet, jedoch endete keiner dieser Vorfälle tödlich. ICE begründet die Einsätze meist mit „Notwehr“.