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Massengebet in Teheran: Erscheint Chameneis Sohn erstmals bei der Trauerfeier?

Massengebet in Teheran: Wird Chamenei-Sohn bei Trauerfeier erstmals öffentlich auftreten?

Nach dem Tod von Ali Chamenei infolge eines israelischen Angriffs starten nun die offiziellen Trauerzeremonien für das verstorbene iranische Staatsoberhaupt. Während Millionen Menschen um den ehemaligen Führer trauern, kursieren Gerüchte über den ersten öffentlichen Auftritt seines designierten Nachfolgers.

Im Iran leitete ein ranghoher Geistlicher das Totengebet für den im Krieg gefallenen obersten Führer Ali Chamenei. Am zweiten Tag der öffentlichen Trauerveranstaltungen führte der 97-jährige Großajatollah Dschafar Sobhani das Gebet an, wie Aufnahmen des staatlichen Fernsehens zeigen.

Gleichzeitig wird im Iran darüber spekuliert, ob Chameneis Sohn und designierter Nachfolger Modschtaba bei den Zeremonien erstmals öffentlich in Erscheinung tritt. Laut iranischen Medien ist jedoch nicht geplant, dass der 56-Jährige das Gebet übernimmt.

Modschtaba wurde eine Woche nach dem Tod seines Vaters Anfang März zum neuen Staatsoberhaupt ernannt, blieb seitdem aber von der Öffentlichkeit fern. Dies führte zu Spekulationen über seinen Gesundheitszustand. Es wird von schweren Verletzungen berichtet. Das Staatsfernsehen bezeichnete ihn als „Kriegsversehrten“, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Zeremonien auch im Irak vorgesehen

Chamenei wurde am 28. Februar bei einem israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Teheran getötet. In der Folge führten die USA und Israel über fünf Wochen Krieg gegen den Iran, bis sich Vertreter aus Washington und Teheran Anfang April auf eine Waffenruhe verständigten.

Der Leichnam Chameneis verbleibt bis Montag in Teheran. Anschließend sind Trauerfeiern in der Pilgerstadt Ghom sowie im benachbarten Irak geplant, bevor Chamenei am Donnerstag in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt wird. In Ghom soll der einflussreiche 99-jährige Ajatollah Makarem Schirasi das Gebet leiten, in Maschhad der 101-jährige Nuri Hamedani.

Für Chameneis Anhänger und die iranische Führung ist die Staatstrauer sowohl ein Abschied als auch ein Zeichen politischer Geschlossenheit. Banner, die an den „Märtyrer“ Chamenei erinnern, dominieren derzeit das Stadtbild der Millionenmetropole Teheran. Für die Regierung bietet die Großveranstaltung die Möglichkeit, Einheit und Handlungsstärke zu demonstrieren. Seit Wochen betont die Führung, den Krieg gegen die militärisch überlegenen USA und Israel überstanden zu haben.

Generäle treten wieder öffentlich auf

Angesichts der USA und Israel warnten die iranischen Streitkräfte vor einer möglichen neuen militärischen Eskalation im Zusammenhang mit der Staatstrauer. „Jede Fehleinschätzung wird mit einer entschlossenen und härteren Reaktion als je zuvor beantwortet – einer Antwort, die für immer in der Geschichte der Schande vermerkt sein wird“, heißt es in einer Erklärung der Revolutionsgarden.

Die Warnung dürfte auch auf Befürchtungen zurückzuführen sein, dass hochrangige Politiker und Militärs Ziel von Anschlägen werden könnten. Für die Führung ist die Teilnahme an den Trauerfeiern eine Pflichtveranstaltung. Mehrere Generäle traten bei den Zeremonien erstmals seit Kriegsbeginn wieder öffentlich auf.

Millionen Metrofahrten im Zusammenhang mit Trauerfeier

Die Betreiber der Teheraner Metro verzeichneten seit gestern mehr als sieben Millionen Fahrten, die im Zusammenhang mit der Trauerfeier stehen, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Unklar blieb, ob auch Rückfahrten erfasst wurden. Offizielle Teilnehmerzahlen wurden bisher nicht bekanntgegeben.

Regierungskritiker und viele Iraner, die Anfang des Jahres noch gegen den autoritären Kurs der Regierung sowie die schwere Wirtschaftskrise protestierten, zeigen sich gegenüber den Feierlichkeiten jedoch gleichgültig oder ablehnend. Tausende Demonstranten waren Mitte Januar bei Protesten getötet worden.