Wie können die Lakers ihren größten Team-Engpass am besten beheben?
Die Los Angeles Lakers sorgten früh in der NBA-Free Agency für Aufsehen und nutzten den Großteil ihres verfügbaren Gehaltsraums, um Quentin Grimes, Collin Sexton, Sandro Mamukelashvili und vor allem Walker Kessler zu verpflichten. Für Kessler sollen die Lakers Berichten zufolge zwei Erstrunden-Picks sowie zwei Erstrunden-Pick-Tauschrechte abgegeben haben. Nachdem der Bedarf an einem Rim-Protector und zusätzlicher Scoring-Power gedeckt ist, richtet sich der Fokus der Lila-Goldenen nun auf die Flügelpositionen.
Das Fehlen athletischer Drei-und-D-Flügelspieler war eine der größten Schwächen der Lakers in der vergangenen Saison und bleibt auch zu Beginn der Free Agency ein Problem. Mit begrenztem Draftkapital und wenig Flexibilität im Gehaltsrahmen müssen die Lakers kreative Wege finden, um eine der dringendsten Kaderlücken zu schließen. Dabei zeichnen sich zwei realistische Ansätze ab.
Der Entwicklungsansatz
Die Lakers könnten den Weg der Entwicklung wählen und prüfen, was der zweite Jahrgangs-Forward Adou Thiero und der Routinier Cameron Carr beitragen können.
Thiero bringt das Potenzial mit, sich zu einem wertvollen Spieler zu entwickeln. Mit 2,01 Metern verfügt er über Länge und Athletik, um sowohl am Perimeter als auch am Korb ein effektiver Verteidiger zu werden. Die klare Titelorientierung der Lakers begrenzte seine Einsatzzeiten in seiner Rookie-Saison, was zu einer kleinen Stichprobe führte. Er pendelte zwischen Los Angeles und dem G-League-Team. In sieben Spielen der G League legte Thiero im Schnitt 15,4 Punkte, 4,7 Rebounds und 1,1 Blocks auf. Mit dem Abgang von LeBron James könnte Thiero mehr Spielzeit erhalten, um sich zu beweisen.
Carr besitzt ebenfalls die körperlichen Voraussetzungen, um sich zu einem starken Flügelverteidiger zu entwickeln. Mit 1,96 Metern hat er die Größe und Reichweite, um die meisten Guards und Flügelspieler zu verteidigen. Seine Athletik zählt zu seinen größten Stärken, zudem spielt er mit viel Einsatz in der Defensive, was seine teamführenden 45 Blocks in der vergangenen Saison bei Baylor unterstreichen.
Ein weiterer interessanter Aspekt von Carrs Spiel ist seine Schussfähigkeit. In der letzten Saison traf er 37 % seiner Dreipunktwürfe. Wenn sich diese Fähigkeiten auf NBA-Niveau übertragen lassen, könnte er schnell Spielzeit erhalten und seine Entwicklung beschleunigen.
Obwohl Carr und Thiero das Potenzial haben, die Bedürfnisse der Lakers zu erfüllen, spielt die Zeit nicht unbedingt für sie. Entscheiden sich die Lakers für die Entwicklung ihres jungen Talents, wird es vermutlich anfängliche Schwierigkeiten geben. Dieser Weg würde den Lakers jedoch mehr finanzielle Flexibilität verschaffen und gleichzeitig die Möglichkeit bieten, zwei vielversprechende Talente zu beurteilen. Diese Bewertung beginnt mit dem Start der NBA Summer League.
Der Buy-Low-Ansatz
Eine weitere Option für die Lakers ist die Suche nach Buy-Low-Kandidaten, um die Flügelpositionen zu verstärken. Ehemalige Lottery-Picks wie Jonathon Kuminga und Ziaire Williams gelten als mögliche Kandidaten.
Kumingas Größe, Athletik und Erfahrung machen ihn zu einem attraktiven Ziel. Mit gerade einmal 23 Jahren ist er bereits ein bewährter Scorer und hat an 40 Playoff-Spielen teilgenommen. Seine Fähigkeit, den Raum zu strecken und mehrere Positionen zu verteidigen, würde ihn zu einer idealen Ergänzung für die Lakers in dieser Offseason machen. Allerdings wird erwartet, dass Kuminga bei mehreren Teams mit größerer Gehaltsraum-Flexibilität auf Interesse stößt, was die Verhandlungen erschweren könnte.
Williams kommt nach einer Karrierebestleistung, in der er durchschnittlich 10,2 Punkte, 1,4 Steals erzielte und 34 % von der Dreierlinie traf. Mit 2,06 Metern könnte Williams sich zu einem vielseitigen Verteidiger entwickeln, der sowohl am Perimeter als auch am Korb eingesetzt werden kann. Er wäre vermutlich leichter zu verpflichten als Kuminga, allerdings birgt dieser Schritt ein höheres Risiko. Angesichts der finanziellen Lage der Lakers könnte die Verpflichtung eines Spielers mit hohem Entwicklungspotenzial dennoch eine lohnende Wette sein.
Die eingeschränkte Gehaltsraumflexibilität der Lakers zwingt sie dazu, auch Sign-and-Trade-Optionen zu prüfen, um weitere Verstärkungen zu ermöglichen. Spieler wie Deandre Ayton, Jarred Vanderbilt und Dalton Knecht könnten als mögliche Tauschkandidaten in Betracht kommen. Obwohl dieser Weg schwierig sein dürfte, müssen die Lakers jede verfügbare Möglichkeit ausschöpfen, um rund um Luka Doncic ein konkurrenzfähiges Team zu formen und in der Western Conference wettbewerbsfähig zu bleiben.