Beasley- und Davis-Anklagen rücken FBI-Ermittlungen zur NBA wieder ins Rampenlicht
Die FBI-Ermittlungen gegen die NBA wegen Sportwetten und anderer organisierter Kriminalitätsaktivitäten sind am Montag wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.
Bundesanwälte des U.S. Attorney’s Office für den östlichen Bezirk New York (Brooklyn) haben in ihrer jüngsten Anklagerunde den ehemaligen Detroit Pistons-Guard Malik Beasley und den ehemaligen Minnesota Timberwolves-Center Ed Davis angeklagt. Berichten zufolge bereitet die Staatsanwaltschaft eine freiwillige Übergabe von Beasley vor, der seit der Saison 2024-25 aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht mehr in der NBA gespielt hat.
Was wird Malik Beasley und Ed Davis vorgeworfen?
Davis freundete sich während der Saison 2020-21 mit Beasley, seinem früheren Timberwolves-Teamkollegen, an. Als Beasley in der Saison 2023-24 für die Milwaukee Bucks spielte, arbeiteten die beiden mutmaßlich zusammen, um in mindestens vier Spielen seine Leistung auf dem Spielfeld zu manipulieren und so Komplizen bei Prop-Wetten zu unterstützen.
Die Bundesanwaltschaft erklärt, dass das Betrugssystem am 26. Januar 2024 während eines Spiels zwischen den Bucks und den Cleveland Cavaliers begann, als Beasley bei den Rebounds absichtlich unterdurchschnittlich spielte, um bei einer Prop-Wette auf „unter“ zu setzen. Dies diente angeblich dazu, Beasleys finanzielle Probleme zu lösen, darunter Millionen an Wettschulden und geliehenes Geld von Davis.
Laut Ed White von der Associated Press sagte U.S. Attorney Joseph Nocella Jr., Beasley und andere hätten „professionellen Basketball in eine kriminelle Wettoperation verwandelt“.
Er fügte hinzu, dass solche Machenschaften „die Integrität des amerikanischen Sports untergraben und die sportinteressierte Öffentlichkeit schädigen“.
Beasleys Anwalt Steve Haney wies die Vorwürfe zurück. Der Rechtsbeistand von Davis, John Adam, hat sich bislang nicht geäußert.
„Wir werden die Anklage sorgfältig prüfen, die Vorwürfe energisch zurückweisen und Malik’s Unschuld beteuern“, erklärte Haney gegenüber Mike Vorkunov von The Athletic.
Wie hängen die Vorwürfe gegen Malik Beasley und Ed Davis mit dem größeren Wettbetrugsskandal zusammen?
Nach den Anklagen gegen Beasley und Davis wurden mittlerweile fünf ehemalige oder aktive NBA-Spieler festgenommen. Insgesamt sind 34 Personen, darunter auch Mitglieder der organisierten Kriminalität, inhaftiert worden.
Zwei zentrale Figuren in diesem Ermittlungsverfahren sind der ehemalige Headcoach der Portland Trail Blazers, Chauncey Billups, sowie der ehemalige Charlotte Hornets-Guard Terry Rozier.
Billups soll an Manipulationen von hochdotierten Kartenspielen beteiligt gewesen sein, die Verbindungen zu den La Cosa Nostra-Kriminellen hatten und bei denen Spieler um mindestens 7 Millionen Dollar betrogen wurden. Er hat die Vorwürfe zurückgewiesen.
Rozier wird beschuldigt, im März 2023 während seiner Zeit bei den Hornets mit Freunden Prop-Wetten manipuliert zu haben. Auch er hat die Unschuld beteuert.
Im Gegensatz zu Billups und Rozier bekannte sich der ehemalige Cavaliers-Guard und Assistenzcoach Damon Jones schuldig. Im April gestand er vor einem Gericht in New York, „Insiderinformationen“ genutzt zu haben, um Sportwettenanbieter zu betrügen, und als „Gesicht“ bei manipulierten Pokerspielen aufgetreten zu sein.
Die NBA hatte gehofft, dass diese Geschichte still bleiben würde. Nun sorgt sie erneut für Schlagzeilen und verdeutlicht, dass Wettbetrugsskandale weiterhin ein wachsendes Problem im Sport darstellen.