AfD-Politiker Krah von eigenem Kreisverband nicht als Delegierter nominiert
Obwohl Maximilian Krah in den sozialen Medien eines der prägenden Gesichter der AfD darstellt, scheint der Parteivorstand im realen Leben wenig Interesse an einer engen Zusammenarbeit mit ihm zu haben. Nun wurde ihm sogar die Teilnahme am Parteitag verwehrt.
Der Bundestagsabgeordnete der AfD, Maximilian Krah, wurde vom Kreisverband Chemnitz in Sachsen weder als Delegierter für den Parteitag gewählt noch als Ersatzdelegierter bestätigt. Dies bestätigte Krah gegenüber ntv. Folglich wird er am kommenden Wochenende nicht zum Bundesparteitag der AfD in Erfurt reisen. „Da ich als einer von drei Vertretern Deutschlands bei der Parlamentarischen Versammlung der Mittelmeerunion an deren Jahrestagung teilnehmen muss, bin ich ohnehin verhindert“, erklärt er und zeigt sich trotz der Enttäuschung sportlich: „Ich nehme es gelassen.“
Krah ist erst vor Kurzem nach Chemnitz gezogen, und der Kreisverband habe sich bewusst für eine andere Person als Delegierten entschieden. Parteiintern wird jedoch auch vermutet, dass Krah nicht mehr viele Unterstützer innerhalb der AfD hat. Immer wieder sorgte er mit radikalen Äußerungen für Aufsehen. Während des letzten Europawahlkampfs musste die Parteiführung ihn in den entscheidenden Wochen regelrecht zurückhalten, nachdem Krah in einem Interview behauptet hatte, nicht alle SS-Mitglieder seien kriminell gewesen. Diese provokanten Aussagen gingen selbst den AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla zu weit.
Bereits zuvor wurde ein ehemaliger Mitarbeiter Krahs als chinesischer Spion enttarnt und inzwischen zu einer Haftstrafe verurteilt. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden ermittelt weiterhin in einem separaten Verfahren wegen Bestechlichkeit und Geldwäsche im Zusammenhang mit chinesischen Zahlungen gegen Krah.
Konflikte mit Co-Parteichef Chrupalla
Insbesondere Co-Parteichef Tino Chrupalla gilt als Gegenspieler Krahs. Chrupalla strebt offenbar an, bei der kommenden Landtagswahl in Sachsen als Spitzenkandidat anzutreten, womit Krah als möglicher Konkurrent im Weg stehen könnte. Mit seiner teils rechtsextremen Wortwahl in sozialen Medien hat sich Krah längst als eines der bekanntesten Gesichter der AfD etabliert. Angesichts der bevorstehenden Neuwahlen der Parteiführung in Erfurt zeigt er sich jedoch zurückhaltend: „Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, um erneut für ein Amt zu kandidieren“, so Krah, der bereits Mitglied im Bundesvorstand der AfD war. Er schätzt seine derzeitige Unabhängigkeit, „eigene Ideen ohne Vorstandsbindung entwickeln zu können“.
Parteiintern sehen seine Gegner die Lage anders: Sie werfen ihm vor, seinen bisherigen Wahlkreis vernachlässigt zu haben, was zu Unmut führte. Nun soll Krah darauf abzielen, den Wahlkreis von Alexander Gauland in Chemnitz zu übernehmen – doch die Aufnahme dort verlief wenig freundlich.