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Polen entscheidet sich gegen Thyssenkrupp: Neuer U-Boot-Auftrag für Schweden

Thyssenkrupp geht leer aus: Polen bestellt neue U-Boote in Schweden

Die polnische Marine besitzt derzeit lediglich ein einziges U-Boot aus sowjetischer Produktion. Nun hat die Regierung in Warschau einen Vertrag mit dem schwedischen Rüstungskonzern Saab abgeschlossen, der die Lieferung von drei hochmodernen Unterwasserfahrzeugen vorsieht. Das Volumen des Deals beläuft sich auf mehrere Milliarden Euro.

Polen bestellt drei neue U-Boote vom Typ Saab A26 Blekinge bei Schweden. Die Vereinbarung wurde im polnischen Hafen Gdingen (Gdynia) im Rahmen der polnisch-schwedischen Regierungskonsultationen offiziell unterzeichnet. Auch das deutsche Unternehmen Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) hatte sich um den Auftrag beworben, ging jedoch leer aus.

„Schweden zählt zu unseren wichtigsten Partnern im Bereich Verteidigung und Rüstungsindustrie“, erklärte Polens Ministerpräsident Donald Tusk. Sein schwedischer Amtskollege Ulf Kristersson bezeichnete den Vertrag in einem Beitrag auf X als einen historischen Meilenstein für beide Nationen. Der Deal werde wesentlich dazu beitragen, die polnische Marine zu einer der stärksten innerhalb der NATO auszubauen.

Nach Angaben von Kristersson hat der Vertrag einen Wert von rund 4,5 Milliarden Euro. Das erste U-Boot soll bis 2030 an die polnische Marine übergeben werden, die beiden weiteren folgen in den darauffolgenden Jahren. Neben dem Bau und der Lieferung der Schiffe umfasst der Vertrag auch ein umfassendes Logistikpaket, die Ausbildung des Personals sowie die Vorbereitung der notwendigen Infrastruktur für die Indienststellung.

Der schwedische Konzern Saab gehört zu den führenden Rüstungsunternehmen Europas und produziert unter anderem den modernen Kampfjet Jas 39 Gripen. Die Saab A26 Blekinge-U-Boote verfügen über einen dieselelektrischen Antrieb mit luftunabhängigem Antriebssystem, das ihnen erlaubt, mehrere Tage unentdeckt unter Wasser zu operieren, ohne zum Aufladen der Batterien auftauchen zu müssen.

Im Wettbewerb um den polnischen Auftrag waren neben Schweden auch Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Südkorea vertreten. Das deutsche Angebot basierte auf dem U-Boot-Typ U212 CD von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) aus Kiel, der bereits von den Marineeinheiten Deutschlands und Norwegens eingesetzt wird. Angesichts der wahrgenommenen Bedrohung durch Russland verstärkt Polen seine militärischen Kapazitäten. Die polnische Marine verfügt aktuell lediglich über ein sowjetisches U-Boot der Kilo-Klasse (Projekt 877E).