Selenskyj: Friedensangebot möglicherweise über Belarus an Putin übermittelt
Obwohl Russland an der Front kaum Fortschritte erzielt, hält Präsident Putin weiterhin an seinen Kriegszielen fest. Präsident Selenskyj erklärte, die Ukraine bemühe sich weiterhin, Russland an den Verhandlungstisch zu bringen – dabei könnte Belarus eine entscheidende Rolle spielen.
Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Ukraine ihre Vorschläge für Friedensverhandlungen an Russland weitergeleitet. „Putins Verbündete haben von uns erfahren, dass ein Treffen und ein Ende des Krieges möglich sind“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Nun liege es an Russland, den nächsten Schritt zum Frieden zu machen. Weitere Details nannte er nicht.
Kürzlich berichtete der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko von Gesprächen mit Abgesandten Selenskyjs. Lukaschenko gilt als Putins engster außenpolitischer Verbündeter. Er betonte, Belarus verfolge keine Angriffspläne: „Wir wollen nicht gegen die Ukrainer kämpfen“, erklärte der belarussische Präsident laut der staatlichen Nachrichtenagentur Belta. Dies habe er auch bereits mit Kremlchef Putin besprochen. „Unsere Haltung ist friedlich“, so Lukaschenko gegenüber Belta. „Lasst uns verhandeln, Leute.“
Im Februar hatten Vertreter Russlands und der Ukraine unter Vermittlung der USA in den Vereinigten Arabischen Emiraten über eine Beendigung des Krieges verhandelt. Ergebnisse wurden damals nicht veröffentlicht. Seit Beginn des von US-Präsident Donald Trump angeordneten Iran-Krieges hat Washington seine diplomatischen Bemühungen im Ukraine-Konflikt jedoch deutlich reduziert.
In seiner Rede würdigte Selenskyj den jüngsten Austausch von Kriegsgefangenen und kündigte weitere Gefangenenaustausche an. Er bekräftigte erneut die Forderung nach einem raschen Ende des Krieges. Die Drohnenangriffe auf Ziele im russischen Hinterland bezeichnete Selenskyj als angemessene Reaktion auf Moskaus Kriegshandlungen. In den vergangenen Monaten hat Kiew vermehrt Drohnenangriffe auf die Ölindustrie des Nachbarlandes durchgeführt.