Selenskyj kündigt 40-tägige Geheimdienstaktion an, um Russland zum Frieden zu bewegen
Die Ukraine setzt vermehrt Langstreckendrohnen ein, um den Angriffskrieg Russlands direkt auf dessen Gebiet zu tragen. Dabei spielen die Geheimdienste aus Kiew eine zentrale Rolle. Präsident Selenskyj hat nun eine längere Geheimdienstaktion angekündigt.
Wolodymyr Selenskyj teilte mit, dass er eine neue Geheimdienstoperation genehmigt hat, die eine Laufzeit von 40 Tagen haben werde. Ziel sei es, „Russland zum Frieden zu zwingen“, schrieb er in sozialen Netzwerken nach einem Treffen mit Jewheni Chmara, dem Leiter des Inlandsgeheimdienstes SBU. Konkrete Einzelheiten wurden nicht bekanntgegeben.
Selenskyj lobte die herausragenden Leistungen des SBU bei der Verteidigung der Ukraine in den vergangenen Monaten, insbesondere durch den Einsatz verschiedener Drohnentypen. Dabei hob er die Spezialeinheit Alfa hervor, die „bei der Zahl der neutralisierten Besatzer sowie der zerstörten Ausrüstung an vorderster Front“ stehe.
Seit über vier Jahren führt Russland Krieg in der Ukraine. Kiew wehrt sich nicht nur an der Front, sondern hat den Konflikt mit Drohnen bereits auf russisches Territorium ausgeweitet. Selenskyj bezeichnet die gezielten Angriffe auf militärische Anlagen, Rüstungsbetriebe sowie Einrichtungen der Öl- und Gasindustrie als „Langstrecken-Sanktionen“. Für diese Einsätze sind häufig verschiedene ukrainische Geheimdienste verantwortlich.
Die Spezialeinheit Alfa gilt als eine der effektivsten Kräfte des SBU und erregte durch spektakuläre Einsätze wiederholt Aufmerksamkeit. So war sie an der Aktion „Spinnennetz“ beteiligt, bei der im Juni 2025 mit Drohnen, die von Lastwagen gestartet wurden, mehrere weit im russischen Hinterland gelegene Militärflugplätze angegriffen wurden. Dabei wurden mehr als ein Dutzend Flugzeuge getroffen, darunter strategische Bomber.
Im Dezember letzten Jahres griff die Einheit zweimal den Militärflugplatz Belbek auf der von Russland besetzten Krim an und zerstörte nach eigenen Angaben Radar- und Flugabwehrsysteme sowie Kampfflugzeuge. Zudem kämpften Alfa-Kräfte an der Front, unter anderem in den Gefechten um Bachmut und Awdijiwka während der ukrainischen Offensive bei Kursk.