Ukraine: Belarus soll Signalverstärker für Drohnen abgeschaltet haben
Die ukrainische Regierung berichtet, dass auf belarussischem Staatsgebiet installierte Signalverstärker, die Russland zur Steuerung von Drohnenangriffen verwendet, nun deaktiviert sein sollen. Kiew hatte Minsk zuvor ein Ultimatum gestellt, diese Anlagen abzubauen.
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte gegenüber Journalisten, dass Belarus die betreffenden Signalverstärker in Grenznähe abgeschaltet habe. „Nach den mir vorliegenden Informationen, die sowohl vom Oberbefehlshaber als auch vom Geheimdienst stammen, sind diese Relaisstationen auf belarussischem Gebiet seit dem 22. Juni außer Betrieb“, so Selenskyj.
Er hatte Belarus zuvor aufgefordert, die Anlagen zu entfernen, und angedeutet, dass bei Nichterfüllung auch militärische Maßnahmen ergriffen werden könnten. „Ob die Signalverstärker tatsächlich abgebaut wurden, kann ich derzeit nicht mit Sicherheit sagen, doch wir sind dran“, erläuterte Selenskyj weiter. Er verfolge die Situation aufmerksam und erhalte täglich Updates. „Fakt ist, dass die Relaisstationen momentan nicht in Betrieb sind.“
Aus Belarus gibt es bisher keine offizielle Stellungnahme zur Abschaltung der Signalverstärker. Der Militärexperte Rob Lee hatte vor einigen Tagen auf der Plattform X berichtet: „Russland hat in den besetzten Gebieten und entlang der Grenze ein Signalweiterleitungssystem errichtet, um Drohnen ein stärkeres Signal zu bieten. Die Reichweite liegt jedoch unter 200 Kilometern. Sollte Belarus ein solches System zulassen, könnte dies den Einsatz von ‚Geran-Seeker-Drohnen‘ im Raum Kiew und in der Westukraine ermöglichen.“
Keine Hinweise auf geplante Angriffe
Belarus zählt zu den wichtigsten Unterstützern des russischen Angriffskriegs. Im Jahr 2022 nutzten russische Truppen das Land als Ausgangspunkt für ihren Vormarsch auf Kiew. Bis heute starten Drohnen von belarussischem Gebiet aus Angriffe in der Ukraine und teilweise auch in angrenzenden EU-Staaten.