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Ein einzigartiges Kunststück: Die Geschichte des einzigen Spielers, der bei der Weltmeisterschaft für zwei Länder traf

Einzigartiges WM-Rekord: Der einzige Spieler, der für zwei Länder traf

Die komplexe Welt der internationalen Politik führt dazu, dass mehrere Nationalmannschaften im Laufe der FIFA-Weltmeisterschaft unter verschiedenen Namen und aus unterschiedlichen Gründen angetreten sind.

So tritt beispielsweise die Demokratische Republik Kongo in diesem Jahr erstmals unter diesem Namen an, obwohl das Land 1974 als Zaïre teilnahm. Auch die Türkei und die Tschechische Republik, die 2026 antreten, sind jetzt offiziell als Türkiye und Tschechien am Start – vor allem aus Gründen der nationalen Identität und Markenbildung.

Komplexer werden Fälle, in denen Länder ihre Form auf die eine oder andere Weise verändert haben. Westdeutschland gewann zwischen 1954 und 1990 drei Weltmeisterschaften, bevor es sich mit Ostdeutschland vereinigte, das 1974 an der WM teilgenommen hatte.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1991, deren Nationalmannschaft an sieben Weltmeisterschaften teilgenommen hatte, entstanden 15 Republiken, von denen Russland und die Ukraine die größten sind. Jedes dieser Länder besitzt heute eine eigene Nationalmannschaft.

Ähnlich zerbrach Jugoslawien, das von 1918 bis 1992 existierte und an acht Weltmeisterschaften teilgenommen hatte, in fünf unabhängige Staaten – inzwischen sechs, nachdem sich Serbien und Montenegro wieder getrennt haben. Zwei dieser „neuen“ Staaten, Kroatien und Bosnien und Herzegowina, nehmen an der WM 2026 teil.

Die Verbindung zwischen Jugoslawien und Kroatien

Aus diesem letzten Fall stammt auch der einzige Spieler in der Geschichte der Weltmeisterschaft, der für zwei verschiedene Länder traf: Robert Prosinecki.

Der Mittelfeldspieler, der zu einer kleinen Gruppe von Profis gehört, die sowohl für Real Madrid als auch für Barcelona spielten, wurde in Westdeutschland als Sohn jugoslawischer Einwanderer geboren, die mit ihm im Alter von zehn Jahren nach Jugoslawien zurückkehrten.

Nach seinem Aufstieg bei Dinamo Zagreb, das damals in der jugoslawischen Liga spielte, debütierte Prosinecki 1990 im Alter von 20 Jahren in der Nationalmannschaft, kurz vor der WM in Italien.

Dort erzielte er das letzte Tor Jugoslawiens in einem 4:1-Gruppensieg gegen die Vereinigten Arabischen Emirate und verwandelte außerdem einen Elfmeter im Viertelfinal-entscheidenden Elfmeterschießen gegen Argentinien, die später das Halbfinale erreichten.

Doch weniger als zwei Jahre später zerfiel Jugoslawien, wodurch sich die Nationalmannschaft auf die sechs „neuen“ Staaten aufteilte, wobei Serbien und Montenegro (heute nur Serbien) als Nachfolger galten.

Prosineckis einzigartiger WM-Rekord

Nach 15 Einsätzen für Jugoslawien wurde Prosinecki Teil der kroatischen Mannschaft, die in den 1990er Jahren beeindruckende Erfolge feierte, unter anderem bei der EM 1996 und mit dem dritten Platz bei der WM 1998.

Bei diesem Turnier erzielte Prosinecki Kroatiens zweites Tor beim 3:1-Sieg gegen Jamaika und wurde damit zum einzigen Spieler, der bei einer Weltmeisterschaft für zwei verschiedene Länder traf.

Besondere Erwähnung verdienen Jürgen Klinsmann, Rudi Völler und Lothar Matthäus, die alle sowohl für Westdeutschland als auch für Deutschland bei Weltmeisterschaften trafen. Da das vereinigte Deutschland jedoch die Fußballgeschichte und Rekorde Westdeutschlands übernahm – weil die Bundesrepublik Deutschland 1990 die DDR rechtlich eingliederte – gelten diese Spieler technisch gesehen als Torschützen für dieselbe Nationalmannschaft.