Alle Beteiligten eingetroffen: Iran und USA starten Verhandlungen in der Schweiz
Die Verhandlungen zwischen Vertretern der USA und des Irans in der Schweiz sollen heute Fortschritte bei Teherans Atomprogramm und der Beendigung der Auseinandersetzungen zwischen Hisbollah und Israel erzielen. Die Herausforderungen sind groß: Im Libanon dauern die Kämpfe an, und die Straße von Hormus steht erneut vor einer möglichen Sperrung.
Der US-Vizepräsident JD Vance ist für die Friedensgespräche mit dem Iran in der Schweiz eingetroffen. Sein Flugzeug landete am Morgen auf dem Luftwaffenstützpunkt Emmen bei Luzern, wie der Sprecher von Vance, dem Stellvertreter von US-Präsident Donald Trump, mitteilte.
Vor seinem Abflug äußerte Vance: „Ich hoffe, wir erzielen Fortschritte in der Atomfrage und können auch im Libanon einen Waffenstillstand erreichen. Diese beiden Themen sollten unserer Ansicht nach im Fokus stehen.“ In der Schweiz wird Vance sich mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff sowie Trumps Schwiegersohn Jared Kushner treffen.
Die iranische Delegation war bereits am Samstagabend in der Schweiz eingetroffen, wie das Schweizer Außenministerium bekanntgab. Laut iranischem Staatsfernsehen nehmen unter anderem der Chefunterhändler und Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf sowie Außenminister Abbas Araghtschi an den Gesprächen teil. Vertreter aus Pakistan und Katar sollen als Vermittler fungieren.
Unterschiedliche rote Linien
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran finden unter hohen Sicherheitsvorkehrungen im luxuriösen Bürgenstock-Resort auf dem gleichnamigen Berg oberhalb des Vierwaldstättersees nahe Luzern statt.
Am Mittwoch hatten die USA und der Iran eine Rahmenvereinbarung zum Ende des Iran-Kriegs unterzeichnet. Diese sieht vor, innerhalb von 60 Tagen ein endgültiges Friedensabkommen zu schließen. Ein zentrales Thema bleibt das iranische Atomprogramm, wobei US-Präsident Donald Trump sicherstellen möchte, dass der Iran niemals Atomwaffen entwickelt.
Das Rahmenabkommen enthält zudem eine Waffenruhe für die gesamte Region, einschließlich des Libanon. Der Iran hatte darauf bestanden, dass die Vereinbarung auch die Einstellung der Kämpfe im Libanon beinhaltet. Dennoch dauern die Auseinandersetzungen in dem Land unverändert an. Als Reaktion auf die anhaltenden Gewaltakte kündigte der Iran eine erneute Sperrung der Straße von Hormus an.