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Waffenruhe bricht nach wenigen Minuten zusammen: Libanon berichtet von 35 Toten durch israelische Luftangriffe

Waffenruhe hält nur wenige Minuten: Libanon meldet 35 Tote nach israelischen Luftangriffen

Obwohl eine Waffenruhe in Kraft ist, halten die heftigen Auseinandersetzungen im Libanon an. Libanesische Medien berichten von mindestens 35 Todesopfern infolge israelischer Luftangriffe. Die Armee in Beirut wirft Israel vor, eine friedliche Lösung bewusst zu sabotieren.

Nach der vereinbarten Feuerpause melden libanesische Quellen zahlreiche Angriffe aus der Luft durch Israel, bei denen mindestens 35 Menschen ums Leben kamen. Sowohl die israelischen Streitkräfte als auch die Hisbollah geben sich gegenseitig die Schuld für die anhaltenden Kämpfe und die Missachtung der Waffenruhe. Der libanesische Zivilschutz teilte mit, dass allein in der Stadt Nabatija 16 Leichen geborgen wurden. Das Gesundheitsministerium berichtete, dass bei einem Luftangriff auf Qennarit mindestens sieben Menschen getötet und 13 weitere verletzt wurden.

Die staatliche Nachrichtenagentur NNA meldete, dass bei Angriffen in Sohmor vier Personen starben, in Arabsalim drei, bei einem Drohnenangriff in Rihan zwei sowie eine Frau im Raum Tyros ums Leben kam. Die libanesische Armee bestätigte zudem den Tod von zwei Soldaten. Sie warf Israel vor, durch seine Angriffe jegliche Möglichkeiten für eine Stabilisierung im Libanon zu verhindern. Bereits am Vortag sollen laut Ministerium 83 Menschen durch israelische Angriffe getötet worden sein.

Nach israelischen Angaben wurde bei Gefechten im Süden des Libanon ein israelischer Soldat getötet. Der Stabsfeldwebel sei „im Kampf gefallen“, teilte die israelische Armee am Samstag mit. Am Vortag hatten Zusammenstöße mit der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz, die im Süden des Libanon operiert, bereits vier israelische Soldaten das Leben gekostet.

Die vorliegenden Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig verifizieren.

Israelische Armee: Über 50 Geschosse auf Südlibanon abgefeuert

Die israelischen Streitkräfte warfen der Hisbollah mehrfache Verstöße gegen die Waffenruhe vor. In der Nacht seien mehr als 50 Geschosse auf israelische Soldaten im Südlibanon abgefeuert worden. Daraufhin seien Raketenstellungen, Waffenlager und Kommandozentralen der Hisbollah bombardiert worden, um die Bedrohungen zu neutralisieren. Die Armee kündigte an, auch künftig gegen jede Gefahr für Israel und seine Soldaten vorzugehen.

Die Hisbollah erklärte hingegen, sie habe auf einen Vormarsch israelischer Truppen reagiert. Die Miliz betonte, sie halte zwar weiterhin an der Waffenruhe fest, werde aber jeden Versuch abwehren, weiteres Territorium zu besetzen.

Ein US-Regierungsmitarbeiter bestätigte, dass seit Freitag 16:00 Uhr Ortszeit (15:00 Uhr MESZ) eine Waffenruhe gelte, die jedoch nur wenige Minuten nach Inkrafttreten mehrfach gebrochen wurde.

Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah belasten die Verhandlungen zwischen der US-Regierung und dem Iran erheblich. Ein bilaterales Rahmenabkommen sieht ausdrücklich eine Waffenruhe an allen Fronten vor – somit auch im Libanon.