Audimax » Politik » Israel plant trotz Rahmenabkommen, Truppen im Libanon zu belassen

Israel plant trotz Rahmenabkommen, Truppen im Libanon zu belassen

Verhandlungen mit den USA: Israel will Truppen wohl im Libanon belassen - trotz Rahmenabkommens

Gemäß der Absichtserklärung zwischen dem Iran und den USA sollen militärische Einsätze auch im Libanon eingestellt werden. Insider berichten jedoch, dass Israel andere Absichten verfolgt und sich in Gesprächen mit den USA befindet – das Ergebnis hängt maßgeblich von der Reaktion von Präsident Trump ab.

Nur wenige Stunden nach dem Abschluss eines Rahmenabkommens zur Beendigung des Iran-Konflikts verhandelt Israel laut Aussagen von Insidern mit den USA über den Verbleib seiner Truppen im Südlibanon. Dies teilten zwei israelische Regierungsvertreter, darunter ein enger Vertrauter von Premierminister Benjamin Netanjahu, der Nachrichtenagentur Reuters mit. Ein hochrangiger Insider erklärte, Israel führe „intensive Verhandlungen“ mit der US-Regierung.

Das Land beabsichtige, an seiner Position festzuhalten und seine Soldaten im Gebiet südlich des Flusses Litani zu stationieren. Einer der Insider betonte, dass das Verhandlungsergebnis davon abhänge, ob US-Präsident Trump mit Sanktionen drohe, sollte Israel die Bedingungen des Abkommens nicht einhalten. Eine Stellungnahme aus Netanjahus Büro lag zunächst nicht vor.

In der Nacht zu Donnerstag unterzeichneten US-Präsident Donald Trump und der iranische Präsident Massud Peseschkian eine Absichtserklärung zur Beendigung des Iran-Konflikts. Darin verpflichten sich die Parteien unter anderem, „die territoriale Integrität und Souveränität des Libanon“ zu respektieren. Im ersten Absatz des Rahmenabkommens heißt es zudem, dass „militärische Aktivitäten an allen Fronten, einschließlich im Libanon“, eingestellt werden sollen.

Israel hatte seine Offensive im Südlibanon ausgeweitet, nachdem die libanesische Hisbollah-Miliz am 2. März im Auftrag des Iran Israel angegriffen hatte. Ziel der Luft- und Bodenoffensive sei es laut Israel, die Hisbollah zu neutralisieren. Israel bezeichnet die Gebiete im Libanon, Gazastreifen und Syrien als „Pufferzonen“ zwischen seinem Staatsgebiet und feindlichen Regionen. Diese Strategie bildet einen zentralen Bestandteil der aktuellen israelischen Sicherheitspolitik. Netanjahu hat Forderungen nach einem Rückzug aus diesen Gebieten bisher abgelehnt.