Die verhängnisvolle Entscheidung bei Jalen Brunson verfolgt die Mavericks – besonders nach seinem MVP-Titel 2026
Die New York Knicks gewannen am Samstagabend die NBA-Finals und beendeten damit eine 53-jährige Titel-Durststrecke. Für die Dallas Mavericks ist das ein weiterer Rückschlag.
Guard Jalen Brunson erzielte 45 Punkte und traf 14 von 27 Würfen, um die Knicks in Spiel 5 mit 94:90 bei den San Antonio Spurs zum Auswärtssieg zu führen und so die Serie zu entscheiden. Mit dieser herausragenden Leistung sicherte sich Brunson die Bill-Russell-Trophäe als Finals-MVP.
Dieses denkwürdige Spiel ließ die Mavericks zweifellos darüber nachdenken, was möglich gewesen wäre, wenn Brunson im Juli 2022 nicht zu den Knicks gewechselt, sondern in Dallas geblieben wäre.
Jalen Brunsons Finals-MVP macht den Fehler der Mavericks noch gravierender
Brunson unterschrieb in der Free Agency jenes Sommers einen Vierjahresvertrag über 104 Millionen Dollar bei den Knicks. Die Entscheidung wurde allgemein kritisch gesehen. In Dallas war er der unterstützende Partner von Luka Doncic und galt nie als erste Option. Der 2018 in der zweiten Runde gedraftete Spieler schaffte es in seinen vier Jahren bei den Mavericks nie in ein All-Star-Team.
„Ist Brunson wirklich so viel Geld wert? Darüber lässt sich streiten“, schrieb NBA-Kolumnist Zach Buckley von Bleacher Report, der den Vertrag mit einer Note C bewertete. „Er hat Schwierigkeiten, an die Freiwurflinie zu kommen, trifft kaum schnelle Dreier und ist eher ein Kombi-Guard als ein Spielmacher, was für einen 1,85 Meter großen Spieler nicht ideal ist.“
Für die Knicks zahlte sich Brunson jedoch weit über den Preis hinaus aus. In seinen vier Jahren in New York wurde er dreimal zum All-Star gewählt, erhielt dreimal eine Nominierung für das All-NBA Second Team und gewann die Auszeichnung als Clutch Player des Jahres 2024/25.
Ebenso wertvoll wie seine spielerischen Fähigkeiten ist für die Knicks Brunsons Führungsqualität und sein Teamgeist. Im Jahr 2024 verlängerte er seinen Vertrag um vier Jahre und 156,5 Millionen Dollar, verzichtete dabei aber auf 113 Millionen Dollar, um den Knicks mehr Gehaltsraum zu verschaffen. Dieses zusätzliche Budget ermöglichte es New York, in spektakulären Trades den Center Karl-Anthony Towns und den Guard Mikal Bridges von den Minnesota Timberwolves beziehungsweise Brooklyn Nets zu verpflichten.
Die Mavericks unterschätzten eindeutig Brunsons Wert, was bei ihrem ehemaligen Hauptbesitzer Mark Cuban, der mittlerweile Minderheitsanteile hält, für Bedauern sorgt. Im November 2025 erklärte Cuban im Podcast „Run Your Race“, dass man Brunson in der Saison 2021/22 hätte zurückholen können, sich jedoch dagegen entschied, weil man hoffte, einen anderen Star neben Doncic zu gewinnen.
„[Brunson] war damals noch nicht [Brunson],“ sagte er. „Wir wussten, dass sein Spiel gut ist, aber nicht, dass es so gut ist.“
Eine Ligauntersuchung ergab, dass die Knicks unzulässige Verhandlungen mit Brunson vor dem offiziellen Tampering-Fenster geführt hatten, weshalb sie ihren Zweitrundenpick 2025 verloren. Dies verschaffte ihnen einen Vorteil gegenüber Dallas bei den Vertragsgesprächen. Trotzdem wäre eine Rückkehr nach Dallas nicht sicher gewesen, da das Team offenbar einen weiteren Star suchte, was im Februar 2023 zum Trade für Guard Kyrie Irving von den Nets führte.
Irving und Doncic führten die Mavericks bis in die NBA-Finals 2024, verloren dort jedoch in fünf Spielen gegen die Boston Celtics. Seitdem ging es mit der Franchise bergab.
Im Februar 2025 tauschten die Mavericks Doncic gegen den inzwischen zu den Washington Wizards gewechselten Forward Anthony Davis zu den Los Angeles Lakers – eine Entscheidung, die das Team bis heute belastet. In der ersten kompletten Saison ohne den Topscorer erreichten die Mavericks nur eine Bilanz von 26-56. Irving verpasste die letzte Saison aufgrund eines Kreuzbandrisses im linken Knie im März 2025. Positiv hervorzuheben ist, dass Forward Cooper Flagg die Auszeichnung als Rookie des Jahres erhielt, doch das lindert kaum den Schmerz des Teams.
Für Cuban und seine Mitstreiter muss es bittersüß sein, Brunson den Larry O’Brien Trophy in die Höhe stemmen zu sehen. Einerseits freut es sie, dass der Spieler, den sie gedraftet und gefördert haben, den Basketballgipfel erreicht hat. Andererseits wünschten sie sich, er hätte das nicht mit einem anderen Team geschafft.