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Senioren-Union sieht Rente als zentrale Herausforderung für Schwarz-Rot-Koalition

"Geht um Koalition und Kanzler": Senioren-Union sieht Rente als Schicksalsfrage für Schwarz-Rot

Mit Bundeskanzler Merz, der selbst 70 Jahre alt ist, fühlt sich die Senioren-Union in der Regierung gut repräsentiert. „Merz ist unser Mann“, betont der Vorsitzende Hubert Hüppe. Gleichzeitig unterstreicht er, dass für eine erfolgreiche Rentenreform auch schmerzhafte Einschnitte bei den Beamtenpensionen unvermeidbar sind.

Nach Auffassung von Hubert Hüppe, dem Vorsitzenden der Senioren-Union, steht die Koalition angesichts der Rentenreform vor einer großen Bewährungsprobe. Im Gespräch mit der „Rheinischen Post“ erklärte der CDU-Politiker: „Die Rentenreform wird maßgeblich über das Fortbestehen dieser Koalition entscheiden, da bin ich mir sehr sicher.“ Er warnt davor, dass egoistische Klientelpolitik nicht nur das Sozialsystem gefährde, sondern auch die Demokratie insgesamt.

Gleichzeitig macht Hüppe klar: „Auch wir Senioren erwarten nun echte Reformen.“ Diese müssten jedoch fair gestaltet sein. „Nur wenn alle Sozialreformen alle Gruppen berücksichtigen – einschließlich der Beamtenpensionen und anderer Versorgungssysteme – kann das gelingen.“ Dabei sollten vor allem die finanziell besser gestellten stärker belastet werden. „Dann werden wir als Senioren-Union die geplanten Maßnahmen der Koalition akzeptieren, wenn auch vielleicht mit Widerwillen.“

Bundeskanzler Friedrich Merz sieht Hüppe als zuverlässigen Vertreter der älteren Generation. Auf die Frage, ob er sich vom 70-jährigen Kanzler gut vertreten fühle, antwortete Hüppe: „Der Kanzler gehört zu unserer Altersgruppe. Und was heißt schon Oldie? Für uns ist er ganz klar der Richtige.“ Senioren seien das Fundament der Demokratie, „wenn man betrachtet, wer noch die demokratische Mitte wählt“, so Hüppe weiter. Im Hinblick auf die Rentenreform stellte er klar, dass es „um die Koalition gehe, nicht nur um den Kanzler allein“.

„Früher anfangen, statt länger arbeiten“

Der Vorsitzende der Senioren-Union plädierte konkret für einen früheren Beginn des Arbeitslebens. „Die Lösung liegt nicht darin, weniger zu arbeiten, sondern mehr. Das gilt für mich jedoch nicht am Ende, sondern am Anfang der Erwerbsbiografie.“

Schul- und Studienzeiten sollten verkürzt und effizienter gestaltet werden, damit junge Menschen früher in den Arbeitsmarkt eintreten und früher Beiträge in die Sozialsysteme einzahlen. „Es muss nicht wie zu meiner Zeit mit 14 Jahren sein, aber auch nicht erst mit 30 Jahren beginnen.“

Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist mittlerweile in Handwerksberufen bedeutend. „Deshalb wird es immer wichtiger, die Weiterbildung während des Berufslebens zu fördern.“ Zudem müsse es gelingen, Migranten von Anfang an möglichst schnell in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu integrieren. „Das stärkt nicht nur unseren Sozialstaat, sondern unterstützt auch die gesellschaftliche Integration“, sagte Hüppe der Zeitung.