Iran äußert Zweifel an Verhandlungen: Trump kritisiert israelische Angriffe nahe Beirut
US-Präsident Trump setzt sich für eine Beendigung des Krieges mit dem Iran ein und appelliert gleichzeitig an eine Deeskalation. Die jüngsten israelischen Angriffe im Libanon stoßen bei ihm auf scharfe Kritik. Teheran kündigt bereits Vergeltungsmaßnahmen an.
Nach Angriffen Israels in den Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut und den Drohungen Irans gegen Israel forderte Trump zu Zurückhaltung auf. Ursprünglich plante der Präsident, an seinem 80. Geburtstag ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran zu unterzeichnen. Aufgrund der jüngsten Eskalation im Libanon warnte er auf Truth Social: „Dies könnte der Beginn eines langen und schönen Friedens sein – lasst uns diese Chance nicht verspielen!“
Trump verurteilte den israelischen Gegenangriff im Libanon ausdrücklich. Der Angriff bei Beirut sei unangebracht gewesen, „besonders an einem Tag, an dem wir einem Friedensabkommen mit dem Iran so nahe sind“, schrieb der Republikaner.
Nach Angriffen der libanesischen Hisbollah-Miliz auf den Norden Israels – bei denen das israelische Militär von mehreren Sprengstoffdrohnen sprach – reagierte die israelische Luftwaffe mit einem erneuten Angriff nahe Beirut. Dabei wurden laut einer gemeinsamen Erklärung von Premierminister Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz „Terrorziele“ der Hisbollah in den südlichen Vororten, bekannt als Dahija, bombardiert. „Der Angriff erfolgte als Reaktion auf Beschüsse israelischen Territoriums durch die Hisbollah.“ Nach Angaben aus dem Libanon kamen mindestens drei Menschen ums Leben.
Auf Truth Social betonte Trump, Israel habe das Recht, sich gegen Bedrohungen zu verteidigen. Allerdings sei der Angriff, auf den Israel reagiert habe, unbedeutend gewesen – es gab keine Toten oder Verletzten. Zugleich rief er alle Konfliktparteien zur Mäßigung auf. Ein Abkommen mit dem Iran stehe kurz bevor, das Frieden in die Region, einschließlich Libanon, bringen könne. Er forderte, dass keine weiteren israelischen Angriffe im Libanon stattfinden sollten. Ebenso solle es keine Angriffe anderer Akteure, darunter auch der Hisbollah, gegen Israel mehr geben.
Der Iran stellte nach den israelischen Angriffen in Beirut die mögliche Einigung mit den USA infrage. „Wenn die USA weder den Willen noch die Fähigkeit besitzen, ihren Verpflichtungen nachzukommen, kann der diplomatische Weg nicht weitergeführt werden“, schrieb Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf auf der Plattform X. Er betonte, dass solche Angriffe keine Zugeständnisse in den Verhandlungen erzwingen könnten. Kurz darauf erklärte der oberste Nationale Sicherheitsrat des Iran öffentlich seine Unterstützung für eine Fortsetzung des Dialogs.
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC), die Elitetruppe der Islamischen Republik, drohten Israel mit Vergeltungsmaßnahmen. „Es besteht kein Zweifel, dass diese Verbrechen nicht unbeantwortet bleiben werden“, erklärte ein IRGC-Sprecher im iranischen Staatssender Irib. Bereits letzte Woche Sonntag hatten israelische Angriffe nahe Beirut – die laut Jerusalem als Reaktion auf Hisbollah-Angriffe erfolgten – iranische Raketenangriffe in mehreren Wellen auf den Norden Israels ausgelöst, gefolgt von israelischen Gegenangriffen im Iran.