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Britische Marine nimmt mutmaßlichen Tanker der Schattenflotte fest

Britische Marine entert mutmaßlichen Schattenflotten-Tanker

Russland versucht, durch sogenannte Schattenflotten-Schiffe westliche Sanktionen zu umgehen. Die Erlöse aus den Öltransporten fließen direkt in Moskaus Kriegskasse. Die britische Marine geht dabei besonders entschlossen gegen diese Tanker vor und stoppte im Ärmelkanal das Schiff „Smyrtos“.

Nach Angaben von Premierminister Keir Starmer hat das britische Militär einen Öltanker der russischen Schattenflotte abgefangen, der den Ärmelkanal durchqueren wollte. Der Regierungschef teilte auf der Plattform X mit, dass er die Streitkräfte frühmorgens angewiesen habe, das Schiff zu stoppen. Dieser Erfolg setze Russland weiter unter Druck und sende eine klare Botschaft an alle, die Putins Krieg in der Ukraine unterstützen, dass sie sich nicht verstecken können.

Das britische Verteidigungsministerium gab bekannt, dass es sich bei dem Schiff um den etwa 244 Meter langen Öltanker „Smyrtos“ handelt, der laut Marinetraffic.com unter der Flagge Kameruns fährt und aus einem russischen Hafen ausgelaufen ist.

Sechs Stunden dauernde Militäroperation

Marineeinheiten und speziell geschulte Beamte der nationalen Kriminalpolizei haben das Schiff geentert, wie das britische Ministerium mitteilte. Die Operation dauerte sechs Stunden. „Das Schiff wird nun vor der Südküste festgehalten und überwacht, während die Ermittlungen weiterlaufen.“

Der Premierminister hatte bereits im März die Erlaubnis erteilt, dass britische Streitkräfte und Strafverfolgungsbehörden Schiffe der Schattenflotte entern dürfen. Die Aktion erfolgte in enger Zusammenarbeit mit Frankreich. Aktuell wird das Schiff auf Umwelt- und Sicherheitsmängel untersucht.

Verteidigungsminister Dan Jarvis erklärte laut der Mitteilung: „Russland finanziert seinen Krieg in der Ukraine mithilfe seiner Schattenflotte. Unser Abfangen ist ein direkter Schlag gegen Putins illegalen Krieg.“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte Großbritannien auf X für diese Maßnahme: „Russlands Überheblichkeit, genährt durch hohe Einnahmen aus Öl und Gas, hat diesen Krieg ermöglicht. Jede Entscheidung von Partnern, Russland Geld zu entziehen, begrenzt auch den Krieg selbst.“ Er forderte Europa auf, „dringend gesetzliche Schritte zu ergreifen, um nicht nur das Stoppen der Tanker zu erlauben, sondern auch die Beschlagnahmung des geladenen Öls.“

Immer mehr Schiffe werden gestoppt

Russland nutzt mit seiner Schattenflotte Schiffe, um Sanktionen der westlichen Alliierten wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine zu umgehen. Nach britischen Angaben umfasst diese Flotte mehr als 700 Schiffe.

Die Schiffe werden häufig angehalten und kontrolliert. Vor zwei Wochen überprüfte Frankreich einen russischen Öltanker im Atlantik – laut Pariser Angaben unterstützt von Großbritannien. Der Kreml kritisierte solche Einsätze damals scharf und sprach von „internationaler Piraterie“. Russland führt seit über vier Jahren Krieg gegen die Ukraine.