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Evakuierungswarnung im Libanon: Hisbollah startet Drohnenangriffe auf Israels Norden

Evakuierungs-Aufruf im Libanon: Hisbollah greift Israels Norden mit Sprengstoff-Drohnen an

Zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah kommt es immer wieder zu Angriffen. Nach jüngsten Drohnenangriffen der Miliz verlangen Minister in Jerusalem entschlossenere Reaktionen. Die Konflikte im Libanon stellen einen zentralen Streitpunkt in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran dar.

Die Hisbollah-Miliz aus dem Libanon hat nach Angaben des israelischen Militärs erneut den Norden Israels mit Sprengstoff-Drohnen attackiert. Das Militär berichtete von zwei Einschlägen auf israelischem Gebiet nahe der Grenze zum Libanon, bei denen niemand verletzt wurde. Zuvor hatten in mehreren Ortschaften an der Nordgrenze Warnsirenen Alarm geschlagen. Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ meldete, eine Drohne sei im Bereich des Grenzortes Schlomi eingeschlagen. Eine offizielle Stellungnahme der Hisbollah zu den Angriffen steht bislang aus.

Unmittelbar nach den Einschlägen rief die israelische Armee die Bewohner von 29 Orten im Süden des Libanon dazu auf, sich angesichts möglicher Gegenangriffe in Sicherheit zu bringen. Der arabischsprachige Armeesprecher Avichay Adraee veröffentlichte auf X zwei Warnungen hintereinander: zunächst für 13 Orte im südlichen Libanon, anschließend für 16 weitere nördlich des Flusses Sahrani. Auch Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte Angriffe auf südliche Vororte Beiruts an, falls die Hisbollah Ziele im Norden Israels angreift.

Der rechtsgerichtete israelische Finanzminister Bezalel Smotrich bezeichnete den Angriff in einem Beitrag auf X als Test der „Dahija-Doktrin“, die Netanjahu erläutert hatte. Dahija bezeichnet die Vororte Beiruts, die als Hochburg der proiranischen Hisbollah gelten und viele Zivilisten beherbergen. Vor einer Woche hatte Israel diese Vororte als Reaktion auf Hisbollah-Raketenbeschuss auf den Norden Israels angegriffen. Daraufhin reagierte der Iran mit Raketenangriffen auf Nordisrael.

Smotrich forderte Netanjahu auf, „noch heute“ Gebäude in Dahija zu zerstören. „Wir stehen vor entscheidenden Tagen, die die regionale Entwicklung für viele Jahre prägen werden“, schrieb der rechtsgerichtete Minister. „Den Bewohnern des Nordens haben wir Sicherheit zugesagt – dieses Versprechen müssen wir halten!“ Israels Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir erklärte auf X, Dahija müsse „zittern“.

Hisbollah lehnt Waffenstillstand ab

Bereits am Samstag führte die israelische Armee erneut Angriffe auf Hisbollah-Stellungen im Süden Libanons durch. Im Libanon gilt seit dem 17. April eigentlich eine Waffenruhe, doch Israel und die Hisbollah setzen ihre täglichen Gefechte fort. Anfang Juni verständigten sich Israel und Libanon in einem neuen Versuch auf die Umsetzung des Waffenstillstands, den die Hisbollah jedoch ablehnte.

Der Libanon wurde Anfang März in den Iran-Konflikt hineingezogen. Der mit der Hisbollah verbündete Iran strebt im Rahmen eines Abkommens mit den USA zur Beendigung des Iran-Konflikts auch eine Waffenruhe im Libanon an. Israel lehnt jedoch eine Verknüpfung der Fronten strikt ab. Im Libanon zielt Israel auf die Zerschlagung der Hisbollah und eine Friedensvereinbarung mit der Regierung ab. Die Hisbollah fordert unter anderem den vollständigen Abzug israelischer Bodentruppen aus dem Land.