Russland lädt Botschafter Alexander Graf Lambsdorff und zwei weitere Diplomaten zu Gesprächen ins Außenministerium
Offizielle diplomatische Gespräche zwischen Russland und europäischen Staaten sind selten. Trotzdem werden Botschafter immer wieder ins Außenministerium einbestellt – so auch heute. Moskau wirft Paris, London und Berlin eine „destruktive Ukraine-Politik“ vor.
Nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in London trafen sich die Botschafter Deutschlands, Großbritanniens und Frankreichs am Donnerstag zu Gesprächen im russischen Außenministerium. In Moskau kamen die Diplomaten mit Vizeaußenminister Michail Galusin zusammen. Der französische Botschafter Nicolas de Rivière bezeichnete das Treffen als ein „konstruktives Gespräch“ und kündigte eine offizielle Stellungnahme an.
Die russische Regierung erklärte, dass das Gespräch mit den Botschaftern die „destruktive“ Ukraine-Politik Deutschlands, Großbritanniens und Frankreichs thematisierte. Moskau warf den Ländern zudem vor, „im Namen und auf Kosten“ Europas den Krieg gegen Russland weiterzuführen.
Bundeskanzler Friedrich Merz, der britische Premierminister Keir Starmer und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten sich am Sonntag in London mit Selenskyj getroffen und unterstützten dabei einen Vorschlag des ukrainischen Präsidenten für direkte Waffenruhe-Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew. Ein von Selenskyj vorgeschlagenes persönliches Gespräch hatte Kremlchef Wladimir Putin zuvor abgelehnt.
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs vor über vier Jahren gab es nur wenige Gespräche zwischen europäischen Diplomaten und russischen Regierungsvertretern. Dennoch wurden Botschafter immer wieder ins Moskauer Außenministerium einbestellt. Mehrere europäische Staaten, darunter Frankreich, hatten zuletzt eine Wiederaufnahme des Dialogs mit Russland angeregt. Vermittelte Gespräche durch die USA führten bisher zu keinem Durchbruch.