Aktuelles zum Stuttgarter Pannen-Bahnhof: Über 1000 Kilometer Kabel wohl fehlerhaft verlegt
Beim Bau von Stuttgart 21 treten offenbar wieder erhebliche Schwierigkeiten auf: Ein Bericht des SWR zeigt, dass über 1000 Kilometer Kabel und Kabelschächte fehlerhaft verlegt wurden. Ein Großteil davon soll ausgetauscht werden müssen.
Die Eröffnung des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs verzögert sich laut SWR-Meldungen auch wegen dieser massiven Probleme bei der Kabelverlegung. Insider zufolge muss der überwiegende Teil der Leitungen ersetzt werden.
Die Deutsche Bahn wollte sich gegenüber dem Sender nicht zu den Vorwürfen äußern und verwies stattdessen auf eine Pressekonferenz zu Stuttgart 21, die noch im Juni stattfinden soll. Dort will der Konzern bekanntgeben, wann der Bahnhof in Betrieb gehen kann. Seit über 16 Jahren wird an dem Projekt gearbeitet, das sich immer wieder verzögert hat.
Nach Medienangaben wird sich die Fertigstellung des Bahnhofs weiter hinauszögern. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtete unter Berufung auf mit dem Projekt vertraute Quellen, dass die Eröffnung des Durchgangsbahnhofs nun erst Ende 2031 erfolgen soll. Ein Sprecher der Bahn äußerte sich nicht zu solchen Spekulationen.
Der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir fordert von der Bahn eine klare Offenlegung aller Fakten. „Ich möchte nicht, dass wir jedes Jahr mit neuen Zahlen konfrontiert werden“, erklärte der Grünen-Politiker in Stuttgart. „Es muss endlich ein Abschluss gefunden werden.“ Er verlangt verlässliche Angaben, wann die einzelnen Bauabschnitte und das Gesamtprojekt Stuttgart 21 abgeschlossen sein werden.
Die ursprünglich für Ende 2026 geplante Teileröffnung des Tiefbahnhofs wurde bereits im November aufgehoben. Als Grund nannte die Bahnchefin Evelyn Palla Schwierigkeiten bei der Digitalisierung des Bahnknotens. Ein neuer Termin wurde damals nicht genannt. Stattdessen kündigte Palla eine umfassende Überprüfung des Projekts an, nach deren Abschluss ein neuer Zeitplan vorgestellt werden soll.
Auch die Kosten des Vorhabens sind seit Beginn stark gestiegen. Der Finanzierungsvertrag von 2009 regelt nur Ausgaben bis etwa 4,5 Milliarden Euro. Die Bahn beziffert die Gesamtkosten mittlerweile auf rund 11,3 Milliarden Euro. Laut einem Gerichtsurteil muss die Bahn die Mehrkosten allein tragen.