Trump lobt iranische Führung: Stark, stolz und ohne echte Alternative?
Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran dauert nunmehr drei Monate an. Der US-Präsident betont dabei weiterhin: „Ich mache schnelle Fortschritte.“ Als Vergleich zieht er jedoch den Vietnam-Krieg heran.
In einem Interview mit dem US-Sender NBC erklärte Präsident Donald Trump, dass die iranischen Führer bislang keine Vereinbarung mit den USA zur Beendigung des Konflikts getroffen hätten, weil sie „stark“ und „stolz“ seien. Letztlich hätten sie jedoch „keine andere Wahl“, als eine Einigung zu akzeptieren.
Trump äußerte die Auffassung, dass der Iran einen Großteil seiner militärischen Fähigkeiten eingebüßt habe. „Dennoch verfügen sie weiterhin über Kapazitäten“, ergänzte er. „Sie besitzen noch einige Raketen und Drohnen“, so der Präsident weiter. „Ich schätze, sie haben etwa 21 bis 22 Prozent ihres Raketenbestands. Das sind zwar viele Raketen, aber längst nicht mehr so viele wie zu Beginn unserer Angriffe.“
Es blieb offen, auf welchen Quellen Trumps Einschätzung des iranischen Raketenarsenals basiert. Jüngste Medienberichte, die sich auf US-Beamte oder Geheimdienstinformationen berufen, legen nahe, dass der Iran weiterhin einen großen Teil seiner Raketen besitzt. So berichtete die „New York Times“ Mitte Mai, der Iran habe noch rund 70 Prozent seiner mobilen Abschussplattformen und etwa 70 Prozent seines Raketenbestands. Ähnliche Zahlen nannte auch die „Washington Post“.
Keine Eile mehr?
Im Interview äußerte Trump zudem Kritik an jenen, die ihn zu einer schnellen Einigung mit dem Iran drängten, und erklärte: „Solche Abkommen brauchen Jahre.“ Er verglich den Konflikt mit einem anderen Krieg: „Ich komme sehr schnell voran. Ich bin erst im dritten Monat. Vietnam dauerte 19 Jahre.“
In den Wochen und Monaten des Konflikts um die Straße von Hormus hatte Trump zuvor mehrfach angedeutet, dass eine baldige Einigung bevorstehe.
Israel und die USA hatten den Iran vor drei Monaten angegriffen. Seit dem 8. April gilt offiziell eine Waffenruhe, dennoch kommt es immer wieder zu Angriffen auf beiden Seiten, zuletzt in der Nacht zum Samstag. Regionale Akteure, insbesondere Pakistan, vermitteln zwischen Washington und Teheran, um eine dauerhafte Beendigung des Konflikts zu erreichen.
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