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Demokrat Xavier Becerra überholt Republikaner Steve Hilton bei Kaliforniens Vorwahlen

Demokrat Xavier Becerra zieht bei Vorwahlen in Kalifornien an Republikaner Steve Hilton vorbei

Da Gavin Newsom nach zwei Amtszeiten nicht erneut für das Amt des kalifornischen Gouverneurs kandidieren darf, zeichnet sich bei den Vorwahlen ein erneuter Vorsprung eines Demokraten ab. Noch ist jedoch unklar, ob der lange führende Republikaner die Stichwahl erreichen wird.

Im Wettstreit um die Nachfolge von Gouverneur Newsom sichert sich laut Prognosen der demokratische Ex-Minister Xavier Becerra einen der beiden Plätze für die Endrunde. Die Sender CNN, NBC sowie die Nachrichtenagentur AP berichten, dass Becerra bei der Vorwahl am Dienstag genügend Stimmen erhalten hat, um nicht mehr auf den dritten Platz zurückzufallen.

Wer bei der eigentlichen Wahl im November gegen Becerra antritt, steht in den Prognosen noch nicht fest. Aktuell befindet sich Becerra in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem republikanischen Kandidaten Steve Hilton. Beide verzeichnen über 26 Prozent der Stimmen.

Ein weiterer Demokrat, Tom Steyer, rangiert mit 21 Prozent auf dem dritten Platz. Die Auszählung ist jedoch noch nicht abgeschlossen. In Kalifornien zählt bei der Briefwahl das Absendedatum, wobei der Stimmzettel innerhalb einer Woche bei den zuständigen Behörden eintreffen muss. Häufig nutzen besonders Anhänger der Demokratischen Partei die Briefwahl. US-Präsident Donald Trump äußerte erneut Vorwürfe des Wahlbetrugs, nachdem der von ihm unterstützte Hilton unmittelbar nach der Vorwahl knapp vorne lag. Hilton, Enkel des Hotelketten-Gründers Conrad Hilton, ist als Unternehmer und Moderator des rechtsgerichteten Senders Fox News bekannt. Während des Wahlkampfs drohte Trump damit, Kalifornien keine Bundesmittel mehr zu gewähren, falls Hilton nicht Gouverneur wird.

Stichwahl ohne Parteibeschränkung

In Kalifornien erreichen die zwei bestplatzierten Kandidaten die Stichwahl, unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit – ein Unterschied zu vielen anderen Bundesstaaten. Kalifornien gilt als demokratische Hochburg. Aufgrund der Vielzahl demokratischer Bewerber bestand zeitweise die Sorge, dass zwei Republikaner die Endrunde erreichen könnten, weil die demokratischen Stimmen auf mehrere Kandidaten verteilt sind. Insgesamt traten parteiübergreifend 61 Kandidatinnen und Kandidaten an. Der lange führende Demokrat Eric Swalwell zog sich nach Vorwürfen sexueller Übergriffe aus dem Rennen zurück.

Gouverneur Newsom kann nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten und wird voraussichtlich bei der Präsidentschaftswahl 2028 für die Demokraten kandidieren. Kalifornien gilt dank seiner Tech-Branche im Silicon Valley sowie der Agrarwirtschaft als wirtschaftliche Großmacht. Gleichzeitig klagen viele Bewohner über hohe Immobilienpreise und Lebenshaltungskosten.

Wegen Kaliforniens Bedeutung hat dessen Gouverneur auch landesweit großen Einfluss. Zu Newsoms Vorgängern gehören Ronald Reagan, der später US-Präsident wurde, sowie Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger, der bis 2011 amtierte und bislang der letzte republikanische Gouverneur Kaliforniens war. Der 68-jährige Becerra war unter anderem Gesundheitsminister in der Regierung von Präsident Joe Biden und Generalstaatsanwalt von Kalifornien.