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Arbeitsmarktprognose

Arbeitsmarktprognose

Die Arbeitsmarktprognosen beziehen sich auf die Quantität und Qualität der Beschäftigungsmöglichkeiten in einem bestimmten geografischen Gebiet, die von lokalen, nationalen und internationalen Prozessen beeinflusst werden. Sie umfassen sowohl die Anzahl der Arbeitsplätze als auch die Art dieser Beschäftigungsmöglichkeiten und wirken sich auf den beruflichen Aufstieg und die sozioökonomischen Verhältnisse der Menschen auf dem Arbeitsmarkt aus.

Geografische Unterschiede bei den Arbeitsmarktchancen

Die Quantität und Qualität der Arbeitsmarktchancen auf regionaler und lokaler Ebene sind das Ergebnis lokaler, nationaler und internationaler Prozesse. Quantitative Unterschiede in der Zahl der Beschäftigungsmöglichkeiten zeigen sich in geografischen Unterschieden zwischen Beschäftigung und Nichtbeschäftigung, während qualitative Unterschiede sich in der Art der verfügbaren Beschäftigungsmöglichkeiten und den Aussichten auf einen Aufstieg auf dem Arbeitsmarkt widerspiegeln. Wenn und wo Arbeitsmärkte „schwach” sind (d. h. wenn die Nachfrage nach Arbeitskräften nicht ausreicht, um das Angebot an Arbeitskräften aufzunehmen), besteht ein besonderes Interesse an der „Zahl” der Arbeitsplätze, um Massenarbeitslosigkeit zu verringern. In Zeiten „angespannten” Arbeitsmarktes (d. h. wenn die Nachfrage nach Arbeitskräften das Angebot übersteigt) liegt der Schwerpunkt auf der Gewinnung neuer Arbeitskräfte (z. B. ältere Arbeitnehmer, Wanderarbeitnehmer und Frauen, die nach der Kindererziehung wieder in den Beruf zurückkehren). Geografen interessieren sich seit langem für räumliche Unterschiede in der Beschäftigungsmenge, die besonders für Menschen mit geringen Qualifikationen und anderen Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt von Bedeutung sind. Im Laufe der Zeit haben sie jedoch ihren Fokus verstärkt auf die Unterschiede in der Beschäftigungsqualität und deren Bedeutung für die regionale und lokale Wirtschaftsentwicklung sowie für die sozioökonomischen Verhältnisse der Menschen gelegt.

Wohnungs- und Arbeitsmarkt

Der Wohnungsmarkt beeinflusst den Arbeitsmarkt auf vielfältige Weise. Ein wichtiger Kanal, der in den letzten Jahren große Beachtung gefunden hat, verbindet die Wohnsituation mit der regionalen Mobilität der Arbeitskräfte und damit mit der Effizienz des Arbeitsmarktes. Umzugskosten sind nicht neutral in Bezug auf die Wohnsituation. Sie sind für Hausbesitzer höher als für Mieter. Die hohen Kosten für den Verkauf einer Immobilie an einem Standort und den Kauf einer anderen behindern die Freizügigkeit von Hausbesitzern als Reaktion auf räumlich unterschiedliche Schocks auf dem Arbeitsmarkt. Infolgedessen ist der Arbeitsmarkt weniger flexibel als er sonst wäre, und die Arbeitslosigkeit ist höher. Diese Hypothese wird gemeinhin als Oswald-These bezeichnet, nach der der Autor diese Idee 1997 in einer Ausgabe des Journal of Economic Perspectives diskutiert hat.

Ein Zusammenhang zwischen Wohnbesitz, Wohnmobilität und Arbeitslosigkeit wird auch im Hinblick auf den sozialen Wohnungsbau hergestellt. Im Falle des sozialen Wohnungsbaus sind es weniger die hohen Transaktionskosten, die den Umzug von Haushalten von einer Region in eine andere behindern, sondern vielmehr die standortspezifische Natur der Zuteilung von Sozialwohnungen. Diese Zuteilungen machen es für Mieter sehr schwierig, von einer Wohnungsbaugesellschaft in eine andere in einer anderen Region, einem anderen Gemeindebezirk oder einer anderen Gerichtsbarkeit zu wechseln. Eine größere Übertragbarkeit von Sozialwohnungen zwischen Regionen und Gerichtsbarkeiten würde dazu beitragen, die Mobilität von Mietern von Sozialwohnungen zu erhöhen.